Zugängliche Sprache nutzen
Website: | OpenMoodle der Universität Bielefeld |
Kurs: | Materialpaket barrierefreie Lehre |
Buch: | Zugängliche Sprache nutzen |
Gedruckt von: | Gast |
Datum: | Donnerstag, 3. April 2025, 08:46 |
Beschreibung
Diese Übersicht soll einen barrierefreien bzw. barrierearmen Zugang für möglichst viele Studierende zu Inhalten ermöglichen, die über Sprache vermittelt werden. Im Kontext Hochschule kann intern ein gewisses Maß an Sprachkenntnis vorausgesetzt werden. Für eine Zugänglichkeit der zu vermittelnden Inhalte ist es dennoch für viele Studierende hilfreich, wenn einige Punkte Berücksichtigung finden.
1. Exkurs - Einfache und Leichte Sprache
Die Notwendigkeit, das Niveau der eingesetzten Sprache zu beachten, wird deutlich, wenn man sich mit dem Diskurs um die sogenannte Einfache Sprache und Leichte Sprache auseinandersetzt. Für manche Zielgruppen ist die im Alltag verwendete Standardsprache sehr schwierig zu verstehen. Vielleicht betrifft dies ja in einigen Fällen auch Studierende? Mit den hier angeführten Hinweisen möchten wir Sie für mögliche Hürden und Hindernisse in unserer alltäglichen Sprache sensibilisieren.
Leichte Sprache nutzt einfache, kurze, bekannte Wörter und erklärt Fach- und Fremdwörter. Sie hat einen geringeren Schwierigkeitsgrad als Einfache Sprache. Bei der Zielgruppe von Einfacher Sprache wird ein grundlegendes Vorwissen vorausgesetzt, daher ist der Sprachstil im Vergleich zur Leichten Sprache komplexer.
Leichte Sprache: Niveaustufe A1; Zielgruppe auch geistig eingeschränkte Personen.
Einfache Sprache: Niveaustufe A2-B1 (richtet sich nach Zielgruppe); breite Zielgruppe v.a. Personen mit eingeschränkter, aber ausbaufähiger Lesefähigkeit. Einfache Sprache kann hilfreich für u.a. Studierende sein, deren Muttersprache nicht Deutsch ist.
2. Zu beachtende Aspekte
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Den Studierenden zugewandt sprechen.
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Pausen machen, um Mitschriften zu ermöglichen.
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Vortrag/ Text logisch und nachvollziehbar strukturieren.
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Kein Wissen voraussetzen, über das Lesende vielleicht nicht verfügen.
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Wichtige Inhalte zu Beginn nennen.
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Fokus auf Kernaussagen legen.
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Inhalte explizit nennen.
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Besonders relevante Inhalte wiederholen.
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Inhalte veranschaulichen, z.B. durch Vergleiche oder Beispiele.
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Sätze aktiv statt passiv formulieren, sodass sich Lesende direkt angesprochen fühlen.
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Verben bevorzugen, wenig(er) Substantivierungen und Komposita verwenden.
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Für gleiche Sachen gleiche Begriffe verwenden, also Synonyme vermeiden.
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Fachvokabular nutzen, wenn nötig. Fachvokabular umgehen, wenn möglich.
- Dialekte und überflüssige Fremd- und Füllwörter vermeiden.
In der Podcast-Folge „Barrieren für Autist_innen in der Kommunikation“ von Martin Schienbein finden Sie viele der genannten Punkte wieder.
3. Literatur zu zugänglicher Sprache
- Leichte Sprache Bielefeld: Alles klar für Alle. Info-Blog. Abgerufen am 01.11.2021.
- BiK für Alle: Leitfaden zur Umsetzung. Abgerufen am 01.11.2021.
- Volkmer, Lisa (2020): Barrierefreiheit in der digitale Lehre – eine Übersicht. WWU Münster. Abgerufen am 23.11.2021.
- Krämer-Kupka, Nina (2019): Einfache Sprache. Komplexe, schwierige oder ungewohnte Sachverhalte verständlich darstellen. Digital Kompass. Abgerufen am 22.11.2021.
- Netz barrierefrei (o.J.): Einfache Sprache. Alle Prinzipien auf einen Blick. Abgerufen am 23.11.2021.
- Kleine Forscher. Naturwissenschaften und Technik für Mädchen und Jungen (o.J.): 10 Tipps für die Einfache Sprache. Abgerufen am 15.08.2022.