Online-Material

Website: OpenMoodle der Universität Bielefeld
Kurs: Konfliktakademie ConflictA
Buch: Online-Material
Gedruckt von: Gast
Datum: Donnerstag, 4. Juni 2026, 15:21

Beschreibung

Geschichtliche Ereignisse – Modernes Design
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Welche Ereignisse und Zeiträume aus der Geschichte findest Du besonders wichtig oder interessant?

Zur Frage

Es ist unmöglich, eine vollständige und objektive Übersicht über Ereignisse und Zeiträume aus der Geschichte zu machen. Nicht nur die Geschichte, sondern auch, was wir als Einzelpersonen oder als Gesellschaft wichtig zu erinnern finden, verändert sich fortlaufend. Dabei spielen politische Interessen, gesellschaftliche Debatten und persönliche Perspektiven eine große Rolle. Selbst bei Ereignissen wie dem Zweiten Weltkrieg oder der Zeit des Nationalsozialismus ist es nicht selbstverständlich, wie und dass daran erinnert wird. Was als „wichtig“ zu erinnern gilt, hängt stark vom jeweiligen kulturellen, politischen und zeitlichen Kontext ab.

Das Erinnern und die Geschichtsschreibung sind dabei nie völlig neutral. Sie werden von Menschen gemacht und sind dadurch von Meinungen und Zielen beeinflusst.

Zum Vergleichen

In der MEMO‑Jugendstudie haben die Befragten auf diese Frage vor allem Ereignisse aus dem Kontext des Zweiten Weltkriegs und der Zeit des Nationalsozialismus genannt (82,6 %), die sie persönlich historisch wichtig finden. Viele fanden auch den Kontext der Deutschen Teilung und Wiedervereinigung besonders wichtig (31,0 %). Insgesamt haben die Befragten aber sehr vielfältige historische Ereignisse genannt, die für sie von besonderer Bedeutung sind.

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO‑Jugendstudie

Zum Weiterdenken

Welche historischen Ereignisse oder Zeiträume beeinflussen Dein Leben heute noch besonders?

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Klicke hier und Dir wird ein zufällig ausgewähltes historisches Ereignis angezeigt.




Informiere Dich über dieses Ereignis:

  • Was ist passiert?
  • Welche Personen, Gruppen oder Orte werden erwähnt?
  • Woher wissen wir von diesem Ereignis - wer hat davon berichtet?
Zum Mehrlernen
  • Mehr Content zum Thema Geschichte findest Du zum Beispiel beim Instagram-Account terraxhistory oder beim YouTube-Kanal MrWissen2goGeschichte.
  • Bei Lebendiges Museum Online findest Du einen Zeitstrahl und wichtige Eckdaten zu geschichtlichen Ereignissen in Deutschland.
  • Diese englischsprachige Online‑Enzyklopädie, basierend auf Wikipedia, bietet einen sehr breiten Überblick über ausgewählte Ereignisse aus der Geschichte: Histography.
  • Viele Dokumentationen zum Thema Geschichte findest Du bei ZDFinfo.
Geschichtliche Ereignisse – Modernes Design
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An welche Ereignisse oder Zeiträume aus der Geschichte wird in Deutschland besonders häufig erinnert?

Zur Frage

Bei Ereignissen und Zeiträumen, an die in Deutschland erinnert wird, denkt man vielleicht zuerst an die Zeit des Nationalsozialismus oder die deutsche Wiedervereinigung. Man denkt weiter an Gedenktage, staatlichen Museen, Gedenkstätten oder Reden von Politiker*innen. Schaut man genauer hin, ist das, was von Menschen in Deutschland geschichtlich erinnert wird, aber sehr unterschiedlich.

Das Erinnern an die Vergangenheit ist oft lokal geprägt: Wo man wohnt, wird oft an Ereignisse erinnert, die auch dort geschehen ist. Dabei spielen meist kleine Gruppen von Menschen eine wichtige Rolle, die aktiv werden und sich für das Erinnern einsetzen.

‚Das Erinnern‘ in Deutschland ist daher sehr unterschiedlich. Wie und was erinnert wird, unterscheidet sich meist schon von Dorf zu Dorf.

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Welche geschichtlichen Ereignisse oder Zeiträume kennst Du, die in anderen Ländern oder Regionen eine besondere Rolle spielen?

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Finde heraus, welche Museen oder Gedenkorte es in Deinem Wohnort gibt.

Besuche einen dieser Orte.

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Gibt es Ereignisse oder Zeiträume aus der Geschichte, an die in Deutschland nicht öffentlich erinnert wird, die Du aber wichtig oder spannend findest?

Zur Frage

Welche Ereignisse wir als Gesellschaft erinnern, verändert sich mit der Zeit. Beispielsweise war und ist die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Zeit und den Verbrechen des Nationalsozialismus keine Selbstverständlichkeit. Sie wurde und wird über Jahrzehnte von Menschen erkämpft, die dieses Erinnern wichtig finden. Viele Menschen engagieren sich aktuell dafür, dass zum Beispiel bestimmte Opfergruppen der NS-Verbrechen offiziell anerkannt und erinnert werden.

In den letzten Jahren gibt es darüber hinaus Debatten, ob und wie in Deutschland an die deutsche Kolonialgeschichte sowie die damit zusammenhängenden Verbrechen in dieser Zeit erinnert werden kann. Ähnlich verhält es sich mit einer Vielzahl von Ereignissen aus der Geschichte, die in der deutschen Erinnerungskultur aktuell keine große Rolle spielen, in Zukunft aber vielleicht spielen werden.

Zum Vergleichen

In der MEMO-Jugendstudie finden wir, dass die Befragten sich für viele, sehr unterschiedliche Ereignisse und Zeiträume aus der Geschichte interessieren, auch solche, die in der öffentlichen Erinnerung keine große Rolle spielen. Darunter fallen zum Beispiel bestimmte Kriege, wie der Vietnam- oder der Afghanistan-Krieg, die Weimarer Republik oder die Kolonialzeit.

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO‑Jugendstudie

Zum Weiterdenken

Wie wird in Deutschland entschieden, wie und woran geschichtlich erinnert wird? Gibt es eine „faire“ Erinnerungskultur?

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Recherchiere ein geschichtliches Ereignis oder Thema, das in Deutschland kaum oder gar nicht öffentlich erinnert wird. Erstelle dazu ein kurzes Info-Plakat oder einen digitalen Steckbrief. Dabei kannst Du Dich an diesen Leitfragen orientieren:


  • Was ist passiert?
  • Wann und wo ist es passiert?
  • Wer war betroffen?
  • Warum wird daran kaum oder nicht öffentlich erinnert?
  • Fändest Du es wichtig, öffentlich daran zu erinnern?
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Was bedeutet „Erinnerungskultur“?

Zur Frage

Es gibt viele Definitionen zur Erinnerungskultur. Ein Beispiel: „Unter Erinnerungskultur wird das gemeinschaftliche Wissen einer Gesellschaft über ihre Vergangenheit beschrieben. Heißt also, dass wir uns an die Geschichte unseres Landes erinnern und daraus für unsere Zukunft lernen.“

Quelle

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  • Warum spricht man von einer Erinnerungs„kultur“ und nicht zum Beispiel von einer Erinnerungs„aufgabe“ oder von Erinnerungs„arbeit?“
  • Stell Dir vor, Du könntest einen weltweiten Gedenktag einführen. Wie würde er heißen und woran sollte an diesem Tag erinnert werden?
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Frage eine Person aus Deinem Umfeld, was sie unter dem Begriff „Erinnerungskultur“ versteht.

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Was machen Menschen, um an wichtige Ereignisse und Zeiträume aus der Geschichte zu erinnern?

Zur Frage

Es gibt unzählige Beispiele dafür, wie Menschen erinnern. In Deutschland erinnert man sich an vergangene Ereignisse aus der Geschichte zum Beispiel oft staatlich organisiert - durch Gedenkstätten, Museen, Mahnmale und Statuen. Darüber hinaus gehören aber auch Gedenktage, Gespräche mit Zeitzeug*innen, Spielfilme, Dokumentationen, Bücher, Comics, Videospiele und vieles mehr dazu.

Um sich an wichtige Ereignisse aus dem eigenen Leben zu erinnern, legen Menschen Foto-Alben an, schreiben Tagebuch oder erzählen ihrer Familie und nahestehenden Personen Geschichte aus ihrem Leben.

Zum Vergleichen

In der MEMO-Jugendstudie haben wir 16- bis 25-Jährige gefragt, was Menschen in Deutschland ihrer Meinung nach tun sollten, um sich mit wichtigen Ereignissen oder Zeiträumen aus der Geschichte auseinanderzusetzen. Am wichtigsten fanden die Befragten die Auseinandersetzung mit historischen Ereignissen in der Schule und im Geschichtsunterricht (34,8 %), gefolgt vom Besuch von Gedenkstätten und Gedenkveranstaltungen (22,2 %).

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO‑Jugendstudie

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Was wäre, wenn niemand mehr an wichtige Ereignisse oder Zeiträume aus der Geschichte erinnern würde? Was bedeutet „wichtig“ in diesem Zusammenhang für Dich?

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Schau Dich bei Dir zuhause um. Finde zwei Gegenstände, die an ein vergangenes Ereignis oder einen vergangenen Zeitraum aus der Geschichte erinnern oder sich damit beschäftigen.

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Was machst Du, um Dich an wichtige Ereignisse aus Deinem Leben zu erinnern?

Zur Frage

Ein großer Teil unserer Erinnerung passiert ‚automatisch‘, weil unser Gehirn wichtige Dinge, die in unserem Leben passieren, abspeichert und wir uns diese Ereignisse dann wieder „in Erinnerung rufen" können.

Dabei erinnern wir zum Beispiel in Form von Bildern, Gefühlen, Gerüchen oder Geräuschen. Vielleicht ist es Dir auch schonmal passiert, dass ein bestimmter Geruch Dich plötzlich an einen Moment aus der Vergangenheit erinnert hat. Natürlich machen wir aber auch vieles ‚aktiv‘, um uns zu erinnern. Wir fotografieren, drehen Videos von (wichtigen) Ereignissen und bewahren sie in Alben auf, schreiben Tagebücher, wir bewahren Gegenstände, die uns an Vergangenes erinnern und wir erzählen uns gegenseitig Geschichten von dem, was wir erlebt haben. Welche Ereignisse Menschen in ihrem Leben ‚wichtig‘ finden, ist dabei sehr unterschiedlich.

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Zum Weiterdenken

  • Hast Du bestimmte Rituale oder Gewohnheiten, um Dich an Wichtiges aus Deinem Leben zu erinnern?
  • Was unterscheidet das persönliche vom öffentlichen Erinnern an die Vergangenheit?

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Erstelle ein „Mini-Memoir“: Denke an ein vergangenes Ereignis aus Deinem Leben, das Dir wichtig war. Nimm Dir ein Blatt Papier und schreibe oder male etwas zu diesen Fragen:

  • Was ist passiert?
  • Wann und wo ist es passiert?
  • Wer war dabei?
  • Warum war oder ist dieses Ereignis für Dich wichtig?
  • Hast Du etwas, z.B. einen Gegenstand, das Dich an dieses Ereignis erinnert?
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Warum ist es wichtig, dass sich Menschen mit der Vergangenheit beschäftigen?

Zur Frage

Ob und warum es wichtig ist, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, lässt sich nicht allgemein beantworten. In Deutschland gibt es Menschen, die zum Beispiel die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus „nicht wichtig" finden oder sogar dagegen sind, dass an diese Zeit erinnert wird.

Viele Menschen teilen dagegen die Ansicht, dass es wichtig ist, dass wir uns mit der Vergangenheit auseinandersetzen. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Idee, dass man aus der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit etwas für die Gegenwart lernen kann. So soll verhindert werden, dass Menschen und Gruppen Fehler und Verbrechen wiederholen.

Mit Blick auf die Zeit und Verbrechen des Nationalsozialismus ist vielen Menschen das Erinnern auch unabhängig vom Lernen wichtig. Ihnen geht es darum, an die unzähligen Schicksale von Menschen zu erinnern, die in dieser Zeit gelitten haben und ermordet wurden. Dabei soll das Vergessen verhindert werden.

Zum Vergleichen

Die MEMO-Jugendstudie zeigt: Die meisten jungen Menschen (84,6%) finden es „eher wichtig“ oder „sehr wichtig“, dass unsere Gesellschaft sich mit der Vergangenheit beschäftigt. Nur 3,4% finden das „eher nicht wichtig“ oder „überhaupt nicht wichtig“.

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO‑Jugendstudie

Zum Weiterdenken

  • Glaubst Du selbst, dass man aus der Geschichte lernen kann?
  • Stell Dir vor, Du wirst in 50 Jahren interviewt. Was würdest Du den Menschen über die Zeit, in der Du jetzt gerade lebst, erzählen?

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Interviewe eine Person, die älter ist als Du, zu ihrer Jugend. Wenn Du magst, dokumentiere das Ergebnis kreativ, zum Beispiel mit einem Video, als Instagram-Story oder als kleinen Podcast. Orientiere Dich dabei an den folgenden Fragen:

  • Was war das Verrückteste oder Schwerste, das Du in Deiner Jugend erlebt hast?
  • Was hat Dich in Deiner Jugend besonders wütend oder glücklich gemacht?
  • Welche Menschen waren für Dich in dieser Zeit besonders wichtig?
  • Gibt es etwas, das Du heutigen jungen Menschen aus Deiner Erfahrung raten oder mitgeben würdest?

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Wie hast Du Dich bisher mit der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigt?

Zur Frage

Schaut man genauer hin, zeigt sich, dass es bestimmte Wege zur Auseinandersetzung mit der NS-Zeit gibt, die „besonders wichtig" scheinen - zum Beispiel der Schulunterricht oder Besuche in Gedenkstätten. Es gibt aber fast endlos viele Möglichkeiten, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen: Bücher, Filme, Dokumentationen, Computerspiele, Content in Sozialen Medien, Comics, Museen, Mahnmale, Stolpersteine, digitale Ausstellungen, Podcasts, Gespräche mit Freund*innen und Familie, Gespräche mit realen oder digitalen Zeitzeug*innen...

Die NS-Erinnerungskultur unterliegt einem ununterbrochenen Wandel und auch in Zukunft werden neue Möglichkeiten hinzukommen während andere weniger wichtig werden oder völlig verschwinden.

Zum Vergleichen

In der MEMO-Jugendstudie berichteten fast zwei Drittel der Befragten (62,8 %), sich bisher „eher intensiv" oder „sehr intensiv“ mit der NS-Zeit beschäftigt zu haben, während etwa jede*r Zehnte (10,7 %) angab, sich „überhaupt nicht intensiv“ oder „eher nicht intensiv“ mit diesem Thema befasst zu haben.

Zum Vergleich: In der erwachsenen Allgemeinbevölkerung berichtete etwas mehr als die Hälfte der Befragten (52,8 %), sich eher oder sehr intensiv mit der NS-Zeit beschäftigt zu haben.

Quellen und mehr zum Vergleichen: MEMO‑Jugendstudie und MEMO IV

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Kannst Du Dich noch erinnern, welche Deine erste bewusste Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus war und wann Dir das Thema zum ersten Mal begegnet ist?

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Schau Dich bei Dir zuhause um. Gibt es in Deinem Haushalt Bücher, Filme oder irgendetwas anderes, das mit der Zeit des Nationalsozialismus zu tun hat und womit man etwas über diese Zeit lernen kann?

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Welche Möglichkeit, sich mit der Zeit des Nationalsozialismus zu beschäftigen, würdest Du einer Person empfehlen, die noch gar nichts über diese Zeit weiß?

Zur Frage

Eine klare Antwort auf die Frage, welcher der „beste“ Weg ist, etwas über die NS-Zeit zu lernen, gibt es wohl nicht. Manche Menschen empfehlen den Besuch einer Gedenkstätte, weil sie es besonders bewegend finden, einen „echten Ort" zu besuchen, an dem die Geschichte sich ereignet hat. Andere empfehlen, eine Dokumentation zu schauen, weil dabei ein guter Gesamtüberblick über die NS-Zeit gegeben wird und man viel Faktenwissen vermitteln kann. Wiederum andere würden ein Gespräch mit Zeitzeug*innen empfehlen, weil sie der persönliche Kontakt mit Menschen, die die NS-Zeit noch selbst erlebt haben, besonders berührt hat.

Menschen unterscheiden sich darin, auf welchem Weg sie am besten oder liebsten lernen. Deshalb ist auch bei der Bildung über die NS-Geschichte wichtig, dass es vielfältige Angebote gibt und man sich aussuchen kann, wie man etwas über diese Zeit lernen möchte.

Zum Vergleichen

In der MEMO-Jugendstudie haben wir die Teilnehmer*innen gefragt, welche Auseinandersetzung mit der NS-Zeit ihnen bisher am meisten gebracht hat. Als bisher „sinnvollste“ Beschäftigung mit dem Thema nannten die meisten Befragten (42,6 %) das Anschauen von Dokumentationen, Spielfilmen und Serien, gefolgt von Gedenkstättenbesuchen (22,0 %) und dem Schulunterricht (21,6 %).

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO‑Jugendstudie

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Welche Möglichkeiten, sich mit der NS-Zeit auseinanderzusetzen, haben Dir persönlich am meisten gebracht oder sind Dir besonders in Erinnerung geblieben - und warum?

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Wähle eine Form der Auseinandersetzung, die Du bisher nie oder nur selten genutzt hast. Probiere diese bewusst aus und sammle dabei neue Erfahrungen:

  • Durch den Besuch eines historischen Ortes (zum Beispiel mit Bildmaterial, interaktiven Elementen oder Mitmachangeboten).
  • Durch eine Führung in einer Gedenkstätte oder einem Museum mit pädagogischer Begleitung.
  • Durch den (digitalen) Kontakt zu Zeitzeug*innen, die die NS-Zeit selbst erlebt haben.
  • Durch Interviews im eigenen Umfeld (zum Beispiele zur Erforschung von Familiengeschichten)
  • Durch biografisches Arbeiten anhand einzelner Lebensgeschichten.
  • Durch die Analyse historischer Quellen (zum Beispiel Briefe, Tagebücher, Reden oder Dokumente).
  • Durch die Auseinandersetzung mit Büchern oder Fachliteratur.
  • Durch Filme, Dokumentationen oder audiovisuelle Beiträge (Vlog o.ä.)
  • Auf digitalem Weg (zum Beispiel virtuelle Ausstellungen, Online-Archive oder Lernplattformen).
  • Durch Projektarbeit (zum Beispiel Erstellen einer Präsentation, Ausstellung, eines Podcasts oder Videos).
  • Durch künstlerische Zugänge (zum Beispiel Zeichnen, Collagen erstellen, kreatives Schreiben oder Theater).
  • Durch Rollenspiele, Planspiele oder Simulationen historischer Situationen.
  • Durch Diskussionen oder Debatten zu historischen Fragestellungen.
  • Durch den Vergleich historischer Ereignisse mit aktuellen gesellschaftlichen Themen.
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Welche Filme und Computerspiele fallen Dir ein, die in der Zeit des Nationalsozialismus spielen oder sich mit dieser Zeit beschäftigen?

Zur Frage

Es gibt viele Filme und Spiele, die sich mit der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigen oder in dieser Zeit spielen. Manchmal stehen dabei aber nicht die echten Ereignisse oder Verbrechen im Mittelpunkt, die damals in Deutschland und Europa passiert sind. Es gibt aber auch viele bekannte Filme und Spiele, die zwischen 1933 und 1945 spielen und dabei echte historische Personen und Ereignisse zeigen.

Oft wird darüber gesprochen, wie „geschichtlich korrekt“ Filme und Spiele über die NS-Zeit wirklich sind oder sein sollten. Wie genau halten sich die Geschichten an die wahren Ereignisse? Manchmal merkt man auch, dass versucht wird, die Geschichte zu beeinflussen oder für bestimmte Zwecke zu nutzen, indem die Geschichte aus einer bestimmten Perspektive und auf eine bestimmte, verzerrte Art und Weise dargestellt wird.

Wichtig ist zu wissen, dass in der NS-Zeit viele Filme extra zur Propaganda gemacht wurden und falsche Informationen, also sogenannte „Fake News“ , verbreitet wurden.

Zum Vergleichen

In MEMO III haben wir Befragte (aus der erwachsenen Allgemeinbevölkerung) nach Filmen zur NS-Zeit gefragt, die ihnen nach dem Schauen besonders lang in Erinnerung geblieben sind. Mit Abstand am häufigsten haben die Befragten hier „Schindlers Liste“ von Steven Spielberg genannt (43,2 %), gefolgt von „Holocaust“ (5,7 %), „Das Tagebuch der Anne Frank“ (5,2 %), „Der Junge im gestreiften Pyjama“ (4,6 %) und „Die Brücke“ (4,6 %).

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO III

Zum Weiterdenken

  • Welche Chancen und Risiken siehst Du darin, Geschichte in Computerspielen erleb- und spielbar zu machen? Wie verändert sich unsere Wahrnehmung von Geschichte, wenn sie spielbar wird?
  • Hast Du selbst schon Computerspiele gespielt, die in der Zeit des Nationalsozialismus spielen? Wenn ja, hast Du dabei etwas Wichtiges über diese Zeit gelernt?

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Probiere eines der folgenden kostenlosen Computerspiele aus, die sich auf verschiedene Art und Weise mit der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigen:

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Welche Gedenkstätte oder welchen Gedenkort zur Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus hast Du schon besucht? Was ist Dir dabei besonders in Erinnerung geblieben?

Zur Frage

Wenn Du schon einmal einen NS-Gedenkort oder eine Gedenkstätte besucht hast, dann war es vielleicht in der Nähe Deines Wohnortes. Vielleicht hast Du ein Mahnmal besucht oder Dir sind Stolpersteine aufgefallen, die an vertriebene und ermordete Menschen erinnern. Vielleicht hast Du aber auch schon eine Gedenkstätte eines ehemaligen Konzentrationslagers besucht, zum Beispiel mit der Schule. KZ-Gedenkstätten, die besonders bekannt und viel besucht sind, sind etwa die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau in Polen oder die Gedenkstätten Dachau, Bergen-Belsen und Buchenwald in Deutschland.

Es gibt in Deutschland und Europa sehr viele Orte, an denen an die Geschichte und die Verbrechen des Nationalsozialismus erinnert wird, manche davon sind besonders bekannt und „auffällig". Andere sind eher klein und „unauffällig", wie etwa Gedenktafeln, die in vielen deutschen Orte zu finden sind. Bis heute setzen sich Menschen dafür ein, dass neue Orten entstehen, die an Schicksale aus der Zeit des Nationalsozialismus erinnern und dass die Orte erhalten bleiben, an denen diese Erinnerung bereits stattfindet.

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In MEMO II haben wir Befragten die Frage gestellt, welche Gedenkstätte sie bei ihrem ersten Gedenkstättenbesuch besucht haben: Die meisten von ihnen haben dabei die KZ-Gedenkstätte Dachau genannt (13,4 %), gefolgt von Buchenwald (8,5 %), Bergen-Belsen (5,6 %) und Auschwitz-Birkenau (5,4 %).

In MEMO V haben wir außerdem gefragt, welche Orte zur Erinnerung an die NS-Zeit und den Zweiten Weltkrieg Befragte außerhalb Deutschlands bisher besucht haben: Die meisten Befragten (40,5 %) nannten hier Orte in Frankreich, insbesondere die Normandie, sowie Polen (31,2 %) und dabei insbesondere die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau.

Quellen und mehr zum Vergleichen: MEMO II und MEMO V

Zum Weiterdenken

  • Wenn Du schon eine Gedenkstätte oder einen Gedenkort besucht hast: Was an der Gestaltung des Ortes hat Dir besonders gut gefallen, und was hättest Du Dir anders gewünscht?
  • Welche Orte zum Gedenken an die Zeit des Nationalsozialismus kennst Du, die nicht in Deutschland sind?
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Male oder zeichne, was Dir vom Besuch eines Gedenkortes besonders in Erinnerung geblieben ist. Wenn Du noch nie einen Gedenkort besucht hast, male oder zeichne, wie Du Dir einen solchen Ort vorstellst.

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Stell Dir vor, Du könntest selbst einen Ort gestalten, an dem an die Zeit des Nationalsozialismus erinnert werden soll: Was wäre Dir wichtig, damit Menschen dort möglichst viel über diese Zeit lernen können?

Zur Frage

Wenn Du schon ein Museum oder Gedenkort besucht hast, dann ist Dir vielleicht aufgefallen, dass diese Orte ganz unterschiedlich gestaltet sind. Vielleicht wurde an einigen Orten viel mit Texten gearbeitet, an anderen mehr mit Fotos oder Videos. Vielleicht konntest Du Dir an diesem Ort echte Objekte oder Gebäude aus der Vergangenheit anschauen. Vielleicht gab es eine Führung, an der Du teilnehmen konntest, einen Audioguide, oder es gab interaktive Elemente, an denen Du selbst aktiv werden konntest: Du konntest selbst recherchieren, forschen oder diskutieren.

Die „Gedenkstättenpädagogik“ ist ein ganz eigener Bildungs- und Forschungsbereich und setzt mich mit der Frage auseinander, wie außerschulische Orte der historisch-politischen Bildung gestaltet sind, oder gestaltet sein sollten, damit viele Menschen dort möglichst gut lernen können. Zum Beispiel geht es um die Frage, wie neue Technologien wie virtuelle Realitäten für die Bildungsarbeit genutzt werden können und zu welchen Problemen es beim Einsatz solcher Technologien kommen kann.

Zum Vergleichen

In der MEMO-Jugendstudie haben wir die Teilnehmer*innen gefragt, wie Bildungsformate zum Thema NS-Zeit möglichst gestaltet sein sollten. Den meisten Befragten (22,6 %) war dabei wichtig, dass man reale historische Orte besuchen kann, an denen Geschichte sich ereignet hat. Wichtig war vielen auch, dass an Lernorten vor allem visuell und mit viel Bildmaterial gearbeitet wird (17,1 %), dass das Lernangebot interaktiv ist (15,3 %) und dass Bezüge zur Gegenwart hergestellt werden (15,3 %).

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO-Jugendstudie

Zum Weiterdenken

  • Was sollte aus Deiner Sicht an Erinnerungsorten auf gar keinen Fall passieren?
  • Stell Dir vor, Du sollst einen Erinnerungsort gestalten, an dem Deine Verwandten möglichst gut und viel über die Geschichte des Nationalsozialismus lernen können. Worauf würdest Du bei der Gestaltung dieses Ortes besonders achten?

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Erstelle ein kleines Plakat oder Modell (analog oder digital) und entwirf „Deine“ Gedenkstätte zur Erinnerung an die Zeit und Opfer des Nationalsozialismus. Orientiere Dich dabei an diesen Fragen:

  • Wo liegt Deine Gedenkstätte? (in der Stadt oder in der Natur? von welcher Landschaft umgeben? ist es ein realer oder digitaler Ort?)
  • Wie sieht die Gedenkstätte aus? (ist sie offen oder geschlossen? still oder laut? interaktiv? bunt? andächtig?)
  • Welche Themen werden dort behandelt oder dargestellt?
  • Was kann man dort sehen, hören oder tun?
  • Erkundet man den Ort allein oder wird man geführt?
  • Was sollen die Besucher*innen vom Besuch Deiner Gedenkstätte mitnehmen - im Kopf und im Herzen?

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Welche Orte in der Nähe Deines Zuhauses haben etwas mit der Zeit des Nationalsozialismus zu tun?

Zur Frage

Es gibt Orte, die besonders bekannt sind: Die KZ-Gedenkstätten Auschwitz-Birkenau und Dachau und das Holocaust-Mahnmal in Berlin sind gute Beispiele. Die Geschichte des NS-Regimes ist jedoch nicht nur an einzelnen Orten passiert, sondern an vielen Orten in Europa und darüber hinaus. Neue Schätzungen gehen zum Beispiel davon aus, dass es während der Zeit des Nationalsozialismus über 40.000 Lager in Europa gab - Lager für Zwangsarbeitende und Gefangene, Konzentrationslager, Ghettos. Und natürlich hat sich die Geschichte nicht nur in solchen Lagern ereignet. Nationalsozialistische Verbrechen waren Alltag, Menschen wurden in dieser Zeit an vielen Orten deportiert, enteignet, ausgegrenzt und ermordet.

Entsprechend finden sich an sehr vielen Orten Spuren und Erinnerungen aus der Zeit des Nationalsozialismus, auch wenn in vielen Fällen kein offizieller Gedenkorte errichtet wurde.

Eine besondere Form des Erinnerns stellen die sogenannten „Stolpersteine“ dar, die an Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen erinnern. Seit 1992 wurden in Europa über 100.000 dieser kleinen Mahnmale verlegt.

Zum Vergleichen

In MEMO III haben Teilnehmer*innen angegeben, dass die meisten von ihnen (54,8 %) „überhaupt nichts“ oder „eher wenig“ über die Geschichte ihres Wohnortes während der NS-Zeit wissen, nur etwa jede*r Fünfte (20,4 %) wusste „eher viel“ oder „sehr viel“ über den eigenen Wohnort. Das Interesse daran, mehr über diese Geschichte zu erfahren, war unter den Befragten nicht so stark ausgeprägt - etwas mehr als ein Drittel (38,6 %) wollte mehr über den eigenen Wohnort in der NS-Zeit wissen.

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO III

Zum Weiterdenken

Gibt es in Deinem Wohnort Menschen oder Vereine, die sich für die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus einsetzen?

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Recherchiere nach Orten in Deinem Wohnort und in der Umgebung, die etwas mit der NS-Zeit zu tun hatten oder an denen an diese Zeit erinnert wird - besuche einen Ort, den Du bisher nicht kanntest.

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Was haben Menschen aus Deiner Familie während der Zeit des Nationalsozialismus getan oder erlebt?

Zur Frage

Wichtig ist bei diesem Thema: Die Vorfahren vieler Menschen, die heute in Deutschland leben, haben während der Zeit des Nationalsozialismus nicht in Deutschland - und viele sogar nicht in Europa - gelebt. Dadurch unterscheiden sich Erfahrungen und Wissen zu dieser Zeit in den verschiedenen Familien noch einmal deutlich.

Familienerzählungen aus der NS-Zeit wurden und werden in vielen deutschen Familien nicht vollständig weitergegeben: In vielen Familien wurde und wird gar nicht über die NS-Vergangenheit und die Rolle der eigenen Vorfahren gesprochen. In anderen Fällen wurden und werden insbesondere solche Geschichten weitererzählt, in denen Vorfahren selbst zu Opfern der NS-Verbrechen wurden oder in denen sie Widerstand gegen das NS-Regime geleistet und Opfern geholfen haben. Gleichzeitig wurden Geschichten über Verbrechen der eigenen Vorfahren, also Geschichten darüber, dass Menschen aus der eigenen Familie selbst Menschen ermordet oder andere Verbrechen begangen haben, selten weitererzählt. Es zeigt sich auch, dass die Kinder und Enkel ihre Vorfahren selten nach solchen Verbrechen gefragt haben. In vielen deutschen Familien bestehen dementsprechend „Wissenslücken“, wenn es um die Geschichte der eigenen Vorfahren geht.

Wir alle haben Vorfahren, die in der Zeit von 1933 bis 1945 gelebt haben. Selbst wenn sie nicht unmittelbar von den Ereignissen in Deutschland oder Europa betroffen waren, ist es spannend zu sehen, wie sie diese Jahre wahrgenommen haben - und ob sie etwas vom Nationalsozialismus in Deutschland mitbekommen haben.

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In der MEMO-Jugendstudie gab nur etwa jede*r vierte Befragte (24,8 %) an, sich „eher viel“ oder „sehr viel“ mit der eigenen Familiengeschichte in Bezug auf die Zeit des Nationalsozialismus auseinandergesetzt zu haben. Weniger als jede*r Zehnte (9,4 %) berichtete, von „Täter*innen“ in der eigenen Familiengeschichte zu wissen. Etwa jede*r Fünfte (20,3 %) gab an, dass „Opfer“ unter den eigenen Vorfahren waren, und 15,6 % sagten, dass sie von Vorfahren wissen, die in der Zeit des Nationalsozialismus potenziellen Opfern geholfen haben.

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO-Jugendstudie

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Wurde oder wird in Deiner Familie über die Rolle und Erlebnisse Eurer Vorfahren während der NS-Zeit gesprochen? Wenn nein, warum ist das in Deinen Augen?

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Recherchiere im Online-Archiv der Arolsen Archives nach dem Namen eines Vorfahren oder einer Vorfahrin, der*die während der NS-Zeit gelebt hat.

Wenn Du keinen Namen weißt, frage z.B. Deine Eltern nach den Namen von Vorfahren, die in dieser Zeit gelebt haben.

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Kennst Du Menschen, die die Zeit des Nationalsozialismus selbst erlebt haben?

Zur Frage

Für unsere Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus spielen Zeitzeug*innen eine sehr wichtige Rolle. Zeitzeug*innen sind und waren diejenigen, die die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland selbst noch erlebt haben. Einige dieser Menschen leben noch heute und können von ihren Erfahrungen berichten.

Grundsätzlich gelten alle Menschen, die die NS-Zeit erlebt haben und von ihr berichten können oder konnten, als NS-Zeitzeug*innen - unabhängig davon, was sie selbst in dieser Zeit getan oder erlebt haben. NS-Zeitzeug*innen waren und sind auch diejenigen, die selbst Teil des NS-Regimes waren oder in dieser Zeit Verbrechen begangen haben. In der Öffentlichkeit tauchen diese Personen jedoch seltener auf. Die meisten bekannten NS-Zeitzeug*innen sind solche, die in dieser Zeit selbst zu Opfern des NS-Regimes wurden und die die systematischen Verbrechen der Nationalsozialisten überlebt haben.

Berichte von Zeitzeug*innen sind besonders, weil sie nicht nur historische Fakten vermitteln, sondern auch, weil diese Menschen sehr persönlich und manchmal emotional von dem erzählen können, was sie während des Nationalsozialismus erlebt haben und erleiden mussten. Viele Berichte von Zeitzeug*innen wurden bereits für die Nachwelt erhalten - zum Beispiel als Bücher oder Videoaufnahmen. So haben auch heutige Generationen Zugang zu diesen Berichten. Es gibt zudem Ansätze, damit Zeitzeug*innen mit Hilfe neuer Technik (z.B. Hologramme oder künstlicher Intelligenz) nach ihrem Tod noch „Ansprechpersonen“ für die Fragen nachfolgender Generationen bleiben können.

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Insgesamt finden wir in unseren MEMO-Studien, dass immer weniger Menschen persönlichen Kontakt zu Zeitzeug*innen haben oder hatten – also Menschen, die die Zeit des Nationalsozialismus selbst erlebt haben. In der MEMO-Jugendstudie geben die allermeisten der befragten 16-25-Jährigen (80,4 %) an, noch nie eine*n Zeitzeug*in aus der Zeit des Nationalsozialismus getroffen zu haben.

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO-Jugendstudie

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  • Was unterscheidet die persönliche Erinnerung von Zeitzeug*innen von Wissen aus Geschichtsbüchern?
  • Wie verändert sich das Erinnern für uns als Gesellschaft, wenn es keine lebenden Zeitzeug*innen aus der Zeit des Nationalsozialismus mehr gibt?
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Frage Menschen aus Deiner Familie, ob sie persönlich mit Menschen gesprochen haben, die die Zeit des Nationalsozialismus erlebt haben. Wie haben sie diese Gespräche erlebt, woran erinnern sie sich besonders?

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Wie könntest Du mehr darüber erfahren, was Deine Vorfahren in der Zeit des Nationalsozialismus getan oder erlebt haben?

Zur Frage

Der einfachste Weg, etwas über die eigenen Vorfahren in der Zeit des Nationalsozialismus zu erfahren, wäre vielleicht, direkt mit diesen Menschen zu sprechen. Je größer aber der zeitliche Abstand zur NS-Zeit, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass diese Familienangehörigen noch leben und wir noch persönlich mit ihnen sprechen können. Natürlich können wir andere Personen aus unserer Familie befragen, zum Beispiel unsere Eltern, was sie über die Geschichte unserer Familie wissen. Wir können sie auch fragen, ob und wie bisher in der Familie über die NS-Zeit gesprochen wurde.

Geht beides nicht, gibt es aber auch noch andere Möglichkeiten, mehr über die eigene Familiengeschichte zu erfahren und zu recherchieren. Wenn man die Namen der eigenen Vorfahren kennt, kann man beispielsweise in Archiven nach ihnen suchen und darüber bestenfalls etwas über sie in Erfahrung bringen. Bekannte Archive, die auch online zugänglich sind oder bei denen online Recherche-Anträge gestellt werden können, sind die Arolsen Archives und das Bundesarchiv zur Personen- und Familienforschung. Außerdem kann es hilfreich sein, in lokalen Archiven am eigenen Wohnort zu recherchieren und eine Suchanfrage zu stellen, wenn die eigene Familie schon länger an diesem Ort lebt.

Zum Vergleichen

In MEMO II haben wir unsere Teilnehmer*innen konkret danach gefragt, ob sie wissen, wo oder wie man sich über die Geschichte der eigenen Familien während der Zeit des Nationalsozialismus informieren kann. Mehr als die Hälfte der Befragten (51,6 %) antwortete hier, gar nicht zu wissen, wie man mehr über die eigene Familiengeschichte herausfinden kann.

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO II

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Findest Du es wichtig, dass Menschen sich mit ihrer eigenen Familiengeschichte auseinandersetzen und darüber Bescheid wissen, ob ihre Vorfahren zum Beispiel zu den Mitverantwortlichen während des Nationalsozialismus zählten?

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Sprich mit Deinen Verwandten, Eltern, Großeltern. Frage nach, ob und wie in Deiner Familie bisher über die Zeit des Nationalsozialismus gesprochen wurde. Was kannst du alles über das Leben Deiner Vorfahren herausfinden?

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Besitzt jemand aus Deiner Familie etwas aus der Zeit des Nationalsozialismus?

Zur Frage

Ohne dass es uns bewusst ist, sind wir ständig umgeben von Dingen aus der Zeit des Nationalsozialismus. Das betrifft zum Beispiel viele Straßen, Namen oder Gebäude, die sich in deutschen Städten oder Dörfern finden. Wahrscheinlich sind wir aber auch im Kleinen von Gegenständen aus der NS-Zeit umgeben, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Das liegt häufig daran, dass wir die Herkunft von Gegenständen um uns herum nicht kennen und vielleicht nicht einordnen können, ob ein alter Gegenstand aus der NS-Zeit stammen könnte.

Viele Familien, deren Vorfahren während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland lebten, besitzen noch Gegenstände aus dieser Zeit, zum Beispiel Fotografien oder alte Dokumente, manchmal auch Alltagsgegenstände oder andere Erinnerungsstücke, die über die Jahrzehnte bewahrt wurden. Für die Nachfahren von Opfern der nationalsozialistischen Verbrechen haben diese Gegenstände häufig einen großen emotionalen Wert. Auch in vielen Ausstellungen an NS-Gedenkorten und in Museen finden sich Alltagsgegenstände, über die wir manchmal etwas über ihre ursprünglichen Besitzer*innen erfahren. Vieles, was wir heute über die Zeit des Nationalsozialismus wissen, haben wir über den Privatbesitz von Menschen erfahren, die in dieser Zeit gelebt haben.

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Zum Weiterdenken

  • Wie würdest Du damit umgehen, wenn Du auf dem Dachboden Deiner Familie einen Gegenstand aus der NS-Zeit (zum Beispiel ein Foto) finden würdest, über den noch nie gesprochen wurde?
  • Sollten Familien Gegenstände aus der NS-Zeit behalten oder sollten sie an Gedenkorte wie zum Beispiel Museen weitergegeben werden?

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Mache Dich auf die Suche nach Gegenständen in Deiner Umgebung, die aus der NS-Zeit stammen oder stammen könnten.

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Woran denkst Du zuerst, wenn Du an die Zeit des Nationalsozialismus denkst?

Zur Frage

Was uns in Bezug auf die NS-Zeit zuerst in den Sinn kommt, ist ganz verschieden, und hängt eng mit unserer eigenen Lern- und Lebensgeschichte zusammen. Einige Menschen denken zuerst an bestimmte Personen, zum Beispiel an Adolf Hitler oder an bestimmte Szenen aus dieser Zeit, die sie von Fotografien oder aus Dokumentarfilmen kennen, wie zum Beispiel an Bilder aus dem Zweiten Weltkrieg, oder an Bilder aus Konzentrationslagern und vom Leid der Opfer des Nationalsozialismus. Andere Menschen verbinden aber auch anderes mit der NS-Zeit, zum Beispiel denken sie an Gedenkstätten oder Mahnmale, die sie in ihrem eigenen Leben schon einmal besucht haben. Andere wiederum denken aktuelles politisches Geschehen, oder sie denken an heutige rechtsextreme Gruppen oder Gewalttaten.

Zum Vergleichen

In der MEMO-Jugendstudie haben wir die Teilnehmer*innen ganz konkret nach den „Bildern“ gefragt, die sie spontan als erstes mit der NS-Zeit in Verbindung bringen. Die erste Assoziation mit der NS-Zeit war dabei für die meisten Befragten (35,2 %) die Person Adolf Hitler - häufig Bilder davon, wie Hitler zu großen Menschenmengen spricht. Weitere starke Assoziationen waren für viele Teilnehmer*innen (27,4 %) Bilder, die sich auf die Verbrechen während der Zeit des Nationalsozialismus bezogen - zum Beispiel Vorstellungen von der Verfolgung, Unterdrückung und Ermordung von Menschen, zum Beispiel in Gaskammern.

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO-Jugendstudie

Zum Weiterdenken

Siehst Du eine Gefahr darin, wenn Menschen heute immer weniger über die Zeit des Nationalsozialismus wissen?

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Welches Symbol oder Bild fasst für Dich die Zeit des Nationalsozialismus und das, was damals geschehen ist, besonders gut oder eindrücklich zusammen? Suche mindestens zwei weitere Symbole oder Bilder, die das ergänzen.

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Welche Formen jüdischen Widerstands während der Zeit des Nationalsozialismus sind Dir bekannt oder kannst Du Dir vorstellen?

Zur Frage

In der Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus werden jüdische Menschen häufig vor allem als Opfer des NS-Regimes wahrgenommen. Über sechs Millionen Jüdinnen und Juden wurden durch die Nationalsozialisten systematisch verfolgt und ermordet. Darüber, ob und in welcher Form jüdische Menschen in der NS-Zeit Widerstand gegen das Regime und gegen ihre Diskriminierung, Unterdrückung und Verfolgung geleistet haben, wissen die meisten Menschen jedoch wenig. Auch dass ein großer Teil der Roten Armee, die das Deutsche Reich im Zweiten Weltkrieg besiegte und verfolgte Menschen befreite, aus jüdischen Soldaten bestand, ist vielen nicht bewusst.

Es gab während des NS vielfältige Formen jüdischen Widerstands: Von den Aufständen wie im Warschauer Ghetto, über Partisanengruppen in Osteuropa bis hin zu geheimen Schulen, Tagebüchern und kulturellen Aktivitäten in Ghettos und Lagern. An vielen Stellen wehrten jüdische Menschen sich im Rahmen des Möglichen gegen das nationalsozialistische Regime.

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  • Warum denkst Du wird der jüdische Widerstand in der deutschen Erinnerungskultur weniger thematisiert als der Widerstand nicht-jüdischer Deutscher während der NS-Zeit (zum Beispiel die Weiße Rose oder das Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944)?
  • Inwiefern verändert sich unser Bild von jüdischen Menschen in der NS-Zeit, wenn wir mehr auch über Formen jüdischen Widerstands in dieser Zeit lernen?

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Suche ein Foto oder ein Symbol, das für Dich „Widerstand“ ausdrückt, egal ob bezogen auf die NS-Zeit oder aus einem anderen Kontext.

Schreibe dazu einen Satz: „Widerstand bedeutet für mich…“

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Welche Verantwortung hatte die damalige deutsche Bevölkerung für die Verbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus?

Zur Frage

Es gibt keine eindeutige Antwort darauf, wie viel Schuld oder Verantwortung die deutsche Bevölkerung für die Verbrechen der NS‑Zeit trägt. Oft geht es dabei um Menschen, die weder direkt Täter noch selbst Opfer waren. Begriffe wie Täter*innen, Opfer, Helfer*innen, Mitwissende oder Zuschauende (Bystander) sind schwer genau zu trennen, weil die Übergänge fließend sind. Ebenso schwierig ist die Frage, ab wann Verantwortung beginnt: Erst, wenn jemand aktiv beteiligt war, oder schon dann, wenn Menschen von der Verfolgung wussten, aber nichts dagegen unternommen haben?

In der Erinnerung an den Nationalsozialismus stand lange Zeit vor allem das Gedenken an die Opfer im Mittelpunkt, während in den letzten Jahren zunehmen von einer Täter*innengesellschaft gesprochen wird, da historische Forschungen zeigen, dass viele Vorfahren Täter*innen oder zumindest Mitläufer*innen waren.

Zum Vergleichen

Der größte Teil der Teilnehmer*innen in der MEMO-Jugendstudie (47,9 %) gab an, dass die damalige deutsche Bevölkerung „eher viel“ oder „sehr viel“ Mitverantwortung für die Verbrechen des Nationalsozialismus hatte. Mehr als jede*r Dritte (36,9 %) schrieb der Bevölkerung nur „teils/teils“ eine Mitverantwortung zu und etwas mehr als jede*r Zehnte (11,1 %) war der Ansicht, die Bevölkerung in der NS-Zeit haben „eher keine“ oder „überhaupt keine“ Mitverantwortung für die Verbrechen gehabt.

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO-Jugendstudie

Zum Weiterdenken

Wo fängt Verantwortung in Bezug auf die Verbrechen während der Zeit des Nationalsozialismus für Dich an? Ab welchem Punkt tragen Menschen eine Verantwortung für das, was damals passiert ist?

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Schreibe spontan fünf Dinge auf, die eine Person damals gebraucht hätte, um mutig zu handeln. Markiere anschließend das eine Wort, das du am wichtigsten findest.

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Warum unterschätzen Menschen heute, wie viele Deutsche während der Zeit des Nationalsozialismus direkt oder indirekt an den Verbrechen beteiligt waren?

Zur Frage

Viele Menschen unterschätzen, wie stark die deutsche Bevölkerung in der NS‑Zeit direkt oder indirekt in die Diskriminierung, Verfolgung und Gewalt eingebunden war. Studien zeigen, dass viele vermeintlich Unbeteiligte mehr wussten oder näher dran waren, als heute oft angenommen wird - etwa durch Ausgrenzungen im eigenen Umfeld, Enteignungen, Deportationen oder den weit verbreiteten Einsatz von Zwangsarbeiter*innen. Dazu kommt, dass Familien nach 1945 belastende Geschichten oft verschwiegen haben, wodurch spätere Generationen ein verzerrtes Bild von dieser Zeit bekamen. Manche leugnen die gesellschaftliche Mitverantwortung auch bewusst, um dem „deutschen Volk“ keine Schuld vorwerfen zu müssen. Das Thema ist jedoch deutlich komplexer als diese kurze Erklärung es darstellen kann.

Zum Vergleichen

In der MEMO-Jugendstudie berichtete weniger als jede*r Zehnte (9,4 %), von „Täter*innen“ unter den eigenen Vorfahren zu wissen. Fast zwei Drittel (62,4 %) gingen davon aus, dass unter den eigenen Vorfahren keine Täter*innen waren. Auch gingen viele Befragte in den MEMO-Studien davon aus, dass ein großer Teil der deutschen Bevölkerung in der NS-Zeit gar nichts von den systematischen Verbrechen an bestimmten Personengruppen wusste.

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO-Jugendstudie

Zum Weiterdenken

Was bräuchte es, damit wir ein realistischeres Bild davon bekommen, was gesellschaftlich in der Zeit des Nationalsozialismus passiert ist und wie Menschen aus der Bevölkerung an den Ereignissen in dieser Zeit beteiligt waren?

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Schau Dir diesen älteren „Panorama“-Beitrag über eine KZ-Aufseherin in der NS-Zeit an und überlege, welche Fragen Du Hilde M. stellen würdest, um zu verstehen, was damals passiert ist.

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Warum glauben viele Menschen heute, sie selbst hätten in der Zeit des Nationalsozialismus Widerstand geleistet, obwohl sich in der Zeit damals nur wenige Menschen im Widerstand befanden?

Zur Frage

Auf die Frage, wie sie selbst sich verhalten hätten, wenn sie zur Zeit des Nationalsozialismus gelebt hätten, geben viele Befragte in den MEMO-Studien an, sie selbst hätten Widerstand gegen das NS-Regime geleistet und damaligen Opfern geholfen oder sie geschützt. Dieses Gedankenspiel ist natürlich unmöglich - niemand kann sich wirklich vorstellen, wie es gewesen wäre, in der damaligen Zeit in Deutschland zu leben und wie man sich in dieser Zeit verhalten hätte. Trotzdem ist es ein spannender Anlass, um über die eigene Zivilcourage nachzudenken. Wie verhält man sich, wenn man beobachtet, dass Menschen im eigenen Umfeld diskriminiert werden und Unrecht erfahren?

Warum viele denken, sie hätten sich mutiger verhalten als die meisten Menschen damals, ist unklar. Manche überschätzen sich vielleicht, andere unterschätzen, wie gefährlich und schwierig Widerstand gegen das NS-Regime war. Möglich ist aber auch, dass diese Selbsteinschätzung zeigt, dass wir aus der Geschichte gelernt haben und wissen, wie wichtig es ist, gegen Unrecht einzutreten.

Zum Vergleichen

In MEMO III haben wir Befragte gebeten, einzuschätzen, wie wahrscheinlich es gewesen wäre, dass sie Widerstand gegen das NS-Regime geleistet hätten, wenn sie selbst in dieser Zeit gelebt hätten. Knapp ein Drittel der Teilnehmer*innen (32,4 %) sagte dabei, es sei „eher wahrscheinlich“ oder „sehr wahrscheinlich“, dass sie selbst Widerstand gegen die Nationalsozialisten geleistet hätten.

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO III

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Was verstehst Du im Kontext der Zeit des Nationalsozialismus unter „Widerstand“? Welche Formen von Widerstand gab es gegen den Nationalsozialismus?

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Spiele das Spiel „Through the Darkest of Times“ oder schau Dir ein Let’s Play-Video zum Spiel an, zum Beispiel bei YouTube. Das Spiel beschäftigt sich mit dem Thema Widerstand in der Zeit des Nationalsozialismus.

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Im Zusammenhang mit der Zeit des Nationalsozialismus wird manchmal von „Mitläuferinnen und Mitläufern“ gesprochen. Wer ist damit gemeint?

Zur Frage

Als „Mitläufer*innen“ bezeichnet man grundsätzlich meist Menschen, die sich einer Gruppe anschließen, um dazuzugehören oder nicht aufzufallen. Im Kontext der NS‑Zeit ist der Begriff jedoch nicht klar definiert. Gemeint sind häufig diejenigen, die die Verbrechen des Regimes „duldeten“ - weil sie die Ansichten des Regimes teilten, Angst vor den Folgen hatten oder weil sie einfach mitmachen wollten. In den sogenannten Entnazifizierungsverfahren nach 1945 wurden Menschen als „Mitläufer“ eingestuft, die das NS‑System zwar unterstützt hatten, denen aber nur geringe oder keine Schuld zugeschrieben wurde.

Zum Vergleichen

In MEMO III haben wir Teilnehmer*innen gefragt, ob sie sagen würden, dass ihre Vorfahren „Mitläufer“ in der Zeit des Nationalsozialismus waren. Die Hälfte der Befragten verneinte dies und geht davon aus, dass die eigenen Vorfahren keine Mitläufer*innen waren.

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO III

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Spielt der Begriff der „Mitläufer“ auch in unserer heutigen Gesellschaft eine Rolle? Würdest Du sagen, dass Du selbst manchmal in irgendeiner Form „Mitläufer*in“ bist?

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Höre diesen Ausschnitt aus dem Podcast vom „Helden e.V.“ (Timestamp: 02:12 – 04:59) zum „Bystander-Effekt“ in Bezug auf den Fall George Floyd.

Was ist der Bystander-Effekt? Hast Du selbst schon mal eine Situation beobachtet, in der dieser Effekt aufgetreten ist oder fällt Dir ein Beispiel aus den Nachrichten ein?

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Welche Fragen zum Nationalsozialismus beschäftigen Dich besonders?

Zur Frage

Obwohl sehr viel über die Zeit und Geschichte des Nationalsozialismus geforscht wird und wir vergleichsweise viel über diesen historischen Zeitraum wissen, gibt es weiter viele offene Fragen zur NS-Zeit. Das historische Faktenwissen gibt uns nicht auf alle Fragen zum Thema eine eindeutige Antwort. Bei den vielen vorhandenen Bildungsangeboten und -möglichkeiten zur NS-Zeit bleibt wichtig, immer wieder eigene Fragen an das Thema zu stellen und sich zu überlegen, für welche Aspekte der NS-Geschichte man sich besonders interessiert und welche vielleicht auch die persönlichen Anknüpfungspunkte an die Geschichte sind.

Zum Vergleichen

In der MEMO-Jugendstudie sagten die meisten Teilnehmer*innen (35,4 %), dass sie sich insbesondere für die Rolle der „nicht verfolgten und vermeintlich unbeteiligten deutschen Bevölkerung“ während der Zeit des Nationalsozialismus interessieren. Dabei beschäftigte sie vor allem die Frage, wie eine Gesellschaft Entwicklungen und Verbrechen wie jene in der Zeit des Nationalsozialismus ermöglichen und zulassen konnte und warum niemand diese Entwicklungen verhindert hat. Auch interessierten sich viele Befragte (21,2 %) für die Person Adolf Hitler und für seine Motive.

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO-Jugendstudie

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Hast Du eine Idee, wo oder wie Du eine Antwort auf die Frage(n) finden könntest, die Dich besonders beschäftigt oder beschäftigen? Wo oder wie könntest Du mehr darüber lernen?

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„Die 1-Minuten-Pause“: Bleibe in Deinem Alltag einmal bewusst irgendwo stehen (zum Beispiel vor einem Gebäude, in einer bestimmten Straße, bei einem Denkmal) und frage Dich: Was könnte dieser Ort schon erlebt haben? Wie könnte dieser Ort in der Zeit des Nationalsozialismus ausgesehen haben? Wer war hier?

Versuche anschließend, etwas darüber herauszufinden, wie dieser Ort in der Vergangenheit ausgesehen hat.

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Wie würdest Du einer Person, die noch nie von der Zeit des Nationalsozialismus gehört hat, in wenigen Sätzen erklären, was damals passiert ist?

Zur Frage

Wenn man in Deutschland zur Schule gegangen ist, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man schon in irgendeiner Weise mit der Zeit des Nationalsozialismus in Berührung gekommen ist und etwas über diese Zeit gelernt hat. Gleichzeitig können wir nicht voraussetzen, dass alle Menschen über die NS-Zeit Bescheid wissen, geschweige denn auf dem gleichen Wissensstand sind.

Bei einem so komplexen Thema wie der Zeit des Nationalsozialismus ist es vielmehr sehr wahrscheinlich, dass Menschen unterschiedlich viel über diese Zeit wissen und sich unterschiedlich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Welche Aspekte die „wichtigsten“ in Bezug auf die Zeit des Nationalsozialismus sind und was man über diese Zeit „auf jeden Fall“ wissen sollte, sind Fragen, über die immer wieder nachgedacht werden muss.

Zum Vergleichen

Die gleiche Frage haben wir auch den Teilnehmer*innen in der MEMO-Jugendstudie gestellt. In der Auswertung der offenen Antworten zeigte sich dabei, dass die meisten Befragten (60,2 %) in ihrer Erklärung erwähnen, dass in der NS-Zeit Opfergruppen verfolgt, ausgegrenzt und ermordet wurden. Viele Befragte (37,6 %) bezogen sich auch auf die Person Adolf Hitler und erklärten, dass dieser, beziehungsweise „ein Diktator“, eine große Rolle für die Verbrechen in der NS-Zeit gespielt habe.

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO-Jugendstudie

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Was weißt Du darüber, was Menschen in anderen Ländern auf der Welt über die Zeit des Nationalsozialismus lernen oder welche Rolle diese Zeit in der dortigen Erinnerungskultur spielt?

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„3-Sätze-Challenge“: Formuliere in höchstens drei Sätzen, was in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland passiert ist. Erwähne dabei möglichst viele Aspekte, die in Deinen Augen wichtig sind.

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Welche Länder, abgesehen von Deutschland, verbindest Du mit der Zeit des Nationalsozialismus?

Zur Frage

Wir sprechen und schreiben häufig von „der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland“. Dabei denken wahrscheinlich die meisten von uns an die heutige Bundesrepublik Deutschland und ihre Grenzen. Die heutigen Landesgrenzen Deutschlands entsprechen aber nicht den Grenzen des damaligen sogenannten „Deutschen Reichs“, die sich im Verlauf des Zweiten Weltkriegs zwischen 1939 und 1945 mehrfach geändert haben.

Ereignisse und Verbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus haben sich nicht nur in Deutschland abgespielt. Länder, die vielleicht vielen von uns im Kontext der NS-Zeit präsent sind, sind beispielsweise Polen als Land, das von den Nationalsozialisten besetzt war und in dem viele der NS-Verbrechen begangen wurden. Weiterhin gibt es die sogenannten „Alliierten“, zu denen hauptsächlich Großbritannien, die USA, die Sowjetunion und Frankreich gehören, und die im Zweiten Weltkrieg gegen Deutschland gekämpft haben. Viele Länder der Welt waren in der NS-Zeit in direkter oder indirekter Weise vom Nationalsozialismus betroffen oder selbst involviert. Im Zuge des Krieges in Europa sind auch in anderen Regionen Kriege ausgebrochen.

Zum Vergleichen

In MEMO V haben wir die Teilnehmer*innen gefragt, welche europäischen Länder sie, mit Ausnahme von Deutschland, mit dem Zweiten Weltkrieg verbinden. Die allermeisten Befragten (74,9 %) nannten hier Frankreich, gefolgt von Polen (60,3 %) und Großbritannien (41,3 %). Etwas mehr als ein Drittel der Befragten (36,3 %) nannte Russland.

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO V

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Was weißt Du darüber, wie genau die heutigen Nachbarländer Deutschlands in die Zeit des Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg involviert waren?

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Klicke auf den untenstehenden Button und Dir werden ein Land angezeigt sowie Ereignisse und Begriffe, die im Kontext des Zweiten Weltkriegs und der Zeit des Nationalsozialismus mit diesem Land in Zusammenhang stehen.





Recherchiere für mindestens eines der Ereignisse oder einen der Begriffe, was es damit auf sich hatte, und welche Bedeutung das Ereignis/der Begriff für das Land heute noch hat.

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Was schätzt Du, wie viele Zwangsarbeitende* gab es in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland und im besetzten Europa?

(*Zwangsarbeitende in der NS-Zeit waren Menschen, die gegen ihren Willen zur Arbeit gezwungen wurden und oft an den Folgen starben)

Zur Frage

Zu den Verbrechen des NS‑Regimes gehörte auch die massenhafte Zwangsarbeit. Millionen zivile Personen, Kriegsgefangene und Inhaftierte der Konzentrationslager wurden gezwungen, in Betrieben, auf Höfen, Baustellen oder in Arbeits- und Konzentrationslagern zu arbeiten, häufig unter unmenschlichen Bedingungen. Sie mussten so die Kriegswirtschaft unterstützen, die sie gleichzeitig ausbeutete und bedrohte. Zwangsarbeit diente sowohl wirtschaftlichen Zwecken als auch der Verfolgung, Unterdrückung und Ausbeutung derjenigen, die als „minderwertig“ galten. Schätzungen gehen von etwa 13 Millionen Zwangsarbeiter*innen allein im damaligen „Deutschen Reich“ aus; viele von ihnen starben.

Zum Vergleichen

In MEMO IV haben wir die Teilnehmer*innen ebenfalls gebeten, einzuschätzen, wie viele Menschen während der gesamten Zeit des Nationalsozialismus als Zwangsarbeiter*innen arbeiten mussten. Die Schätzungen schwanken dabei sehr stark. Durchschnittlich schätzten unsere Befragten, dass es etwa 4 Millionen Zwangsarbeiter*innen in der NS-Zeit gab. Tatsächlich waren es jedoch weit über 20 Millionen im besetzten Europa.

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO IV

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Was weißt Du darüber, ob und wo Menschen in unserer heutigen Zeit unter Zwang arbeiten müssen?

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Finde heraus, ob es in Deinem Wohnort oder in der Nähe Deines Wohnortes Unternehmen gab, oder bis heute gibt, die in der Zeit des Nationalsozialismus Zwangsarbeitende eingesetzt haben.

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Welche Unternehmen kennst Du, die an den Verbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus beteiligt waren oder davon profitiert haben?

Zur Frage

Auch zur Verwicklung von Firmen in die Verbrechen des Nationalsozialismus wird heute weiter geforscht und wir wissen längst nicht alles darüber. Sicher ist, dass sehr viele deutsche Unternehmen direkt und indirekt an den NS-Verbrechen beteiligt waren und davon profitiert haben – von der Zwangsarbeit, von der Enteignung von Menschen und von der Kriegswirtschaft. Insbesondere die Ausbeutung von Zwangsarbeiter*innen spielte in vielen großen aber häufig auch in kleinen und familiären Unternehmen eine Rolle. Millionen von Menschen wurden als Zwangsarbeiter*innen in der Industrie, der Landwirtschaft und in Rüstungsunternehmen ausgebeutet.

Viele große Konzerne, die teils bis heute noch in gleicher oder ähnlicher Form existieren, arbeiteten eng mit dem NS-Regime zusammen - darunter etwa IG Farben/BASF, Siemens, BMW, Volkswagen, Krupp oder Bahlsen. Die Liste der Unternehmen ist aber sehr viel länger und in vielen deutschen Orten lassen sich wirtschaftliche Verwicklungen von Unternehmen mit dem NS nachweisen. Erst in den 1980er- und 1990er-Jahren begann in einigen Firmen eine kritische und teils auch öffentliche Aufarbeitung der eigenen NS-Vergangenheit. Viele Unternehmen positionieren sich heute aber immer noch nicht zu ihrer Rolle im System des NS.

Zum Vergleichen

In MEMO IV haben wir die Teilnehmer*innen gebeten, uns ein Unternehmen zu nennen, das in die Verbrechen des Nationalsozialismus involviert war. Mehr als ein Drittel der Befragten (37,0 %) konnte hierbei kein Unternehmen nennen. Die übrigen Teilnehmer*innen nannten am häufigsten „Krupp“ (30,7 %), „IG Farben“ (14,4 %), „Volkswagen“ (8,3 %) und „Siemens“ (4,8 %).

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO IV

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Wie sollten Unternehmen, die an den Verbrechen des Nationalsozialismus beteiligt waren oder davon profitiert haben, heute mit dieser Vergangenheit umgehen?

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Klicke auf den untenstehenden Button und finde für das Unternehmen, das Dir angezeigt wird, heraus, was dieses Unternehmen mit der Zeit des Nationalsozialismus zu tun hatte.





Recherchiere für mindestens eines dieser Unternehmen, ob und auf welche Weise ihre Verbindungen zur NS-Zeit öffentlich aufgearbeitet wurden (zum Beispiel auf der Homepage des Unternehmens).

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Welche Personen oder Gruppen kennst Du, die in der Zeit des Nationalsozialismus gezielt verfolgt und ermordet wurden?

Zur Frage

Während der nationalsozialistischen Diktatur wurden Millionen Menschen aus rassistischen, politischen, religiösen oder sozialen Gründen verfolgt und ermordet. Heute sprechen wir oft von „Gruppen“, doch jedes Schicksal war das eines einzelnen Menschen, dessen Leben zerstört wurde. Im Zentrum der NS‑Ideologie standen der Antisemitismus und die Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden. Verfolgt und ermordet wurden aber auch viele andere, etwa Sinti*zze und Rom*nja, Menschen mit Behinderungen, Homosexuelle, politische Gegner*innen, religiöse Minderheiten, politische Gegner*innen, Kriegsgefangene und als „asozial“ stigmatisierte Menschen. Diese Liste ist nicht vollständig, und manche Opfergruppen sind heute präsenter als andere. Allen Betroffenen gerecht zu werden, bleibt eine der zentralen Herausforderungen der Erinnerungskultur.

Zum Vergleichen

In der MEMO-Jugendstudie nannten die Teilnehmer*innen auf die Frage nach NS-Opfergruppen, die sie kennen, am häufigsten „Jüdinnen und Juden“ (88,5 %), gefolgt von „Kranken und/oder Menschen mit Behinderungen“ (40,4 %), „Sinti*zze und/oder Rom*nja“ (30,9 %) und „Homosexuelle“ (24,6 %).

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO-Jugendstudie

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Welche Gruppen sind in Deinen Augen bis heute „vergessene Opfer“ des Nationalsozialismus und in unserer gesellschaftlichen Erinnerung an diese Zeit wenig präsent?

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  • Finde heraus, ob es in Deinem Wohnort Spuren einer Opfergruppe gibt (z. B. Stolpersteine, Gedenkorte, Straßennamen, Archive).
  • Nimm Kontakt zu einer lokalen Initiative auf und frage, wie Menschen sich einbringen können. Dokumentiere Deine Erfahrungen in einem kurzen Bericht oder Video.
  • Frage Dich: Welche Form der Unterstützung passt zu mir? (Spende, Mitgliedschaft, ehrenamtliche Mitarbeit, berufliche Kooperation, öffentliche Sichtbarkeit). Plane einen konkreten nächsten Schritt und setze ihn innerhalb eines festgelegten Zeitraums um.

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Welche Gruppen fallen Dir ein, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden und auch in der heutigen Gesellschaft diskriminiert oder benachteiligt werden?

Zur Frage

Die NS‑Zeit zeigt extrem, wie grausam Menschen handeln können und wie gefährlich rassistische und menschenfeindliche Ideologien sind. Doch Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt gegen Menschen aufgrund zugeschriebener Zugehörigkeiten - zum Beispiel aufgrund ihrer Hautfarbe, Herkunft, Religion oder ihrer sexuellen Orientierung - gab es schon lange vor 1933. Viele dieser Elemente gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit bestehen bis heute fort.

Antisemitismus beispielsweise hat eine lange Geschichte und jüdische Menschen erleben weiterhin Vorurteile und Gewalt. Auch Sinti*zze und Rom*nja sowie homosexuelle und queere Menschen wurden schon vor der NS‑Zeit benachteiligt und sind bis heute Diskriminierung ausgesetzt - die offizielle Anerkennung ihrer Verfolgung ist erst viele Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus erfolgt.

In der nationalsozialistischen Ideologie haben sich viele menschenfeindliche Einstellungen in besonders extremer Weise zugespitzt. Viele der feindseligen und abwertenden Gedanken über Menschen haben sich aber bis heute fortgesetzt und münden auch heute noch in Gewalt.

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Auf welche Art und Weise werden Gruppen, die in der NS-Zeit verfolgt wurden, auch heute noch diskriminiert? Kennst Du Beispiele für heutige Gewalt gegen diese Gruppen?

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Recherchiere zu einer der Personengruppen, die in der Zeit des Nationalsozialismus durch das Regime systematisch verfolgt und ermordet wurden: Was kannst Du darüber herausfinden, ob und wie diese Gruppe schon vor der NS-Zeit diskriminiert wurde, und wie genau ihre Diskriminierung sich nach 1945 fortgesetzt hat?

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Welchen Einfluss hat die Beschäftigung mit der Zeit des Nationalsozialismus darauf, wie Du über andere Menschen denkst?

Zur Frage

Der Nationalsozialismus war nicht nur ein politisches Regime, sondern eine Weltanschauung, mit einer Ideologie, die Menschen in „wertvoll“ und „minderwertig“ einteilte. Hierbei wurden Menschen nicht mehr als Individuen gesehen, sondern nach zugeschriebener „Rasse“, Herkunft, Gesundheit oder Verhalten be- und verurteilt. Wer nicht in das festgesetzte Schema passte, im NS war dies die sogenannte „Volksgemeinschaft", wurde ausgegrenzt, verfolgt und ermordet. Viele Aspekte des menschenfeindlichen Gedankenguts des Nationalsozialismus existierten schon weit vor Beginn des NS-Regimes, und viele finden sich auch in heutigen Gesellschaften. Vorurteile, Abwertungen und die Ausgrenzung von Menschen sind leider „Alltag“, manchmal offen und manchmal subtil. Niemand von uns ist frei von Vorurteilen, Pauschalisierung und wertenden Gedanken anderen Menschen gegenüber.

Die Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus und dem rassistischen Gedankengut der Nationalsozialisten hat das Potenzial, uns für individuelle, gesellschaftliche, strukturelle und politische Menschenfeindlichkeit zu sensibilisieren. Die Erwartung an die historisch-politische Bildung ist oftmals, dass das Lernen über die NS-Zeit „automatisch“ zu einer Sensibilisierung, zu einer Reduktion von Vorurteilen und zur Stärkung von Empathie und Zivilcourage führt. So einfach funktioniert „historisches Lernen“ aber natürlich nicht.

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In der MEMO-Jugendstudie gab der größte Teil der Befragten (61,4 %) an, ihre bisherige Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus habe sie „eher stark“ oder „sehr stark“ für die Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen oder Menschengruppen in der Gegenwart sensibilisiert. Nur 5,0 % der Befragten gaben an, selbst „eher starke“ oder „sehr starke“ Vorurteile gegenüber Personengruppen zu haben, die während der NS-Zeit systematisch verfolgt und ermordet wurden.

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO-Jugendstudie

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Was bedeutet „Geschichtsbewusstsein“ für Dich und was bedeutet es, „Verantwortung für die Geschichte“ zu übernehmen?

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Auf einer Homepage der Harvard Universität kannst Du einen „Impliziten Assoziations-Test“ machen, ein Verfahren aus der wissenschaftlichen Psychologie, mit dem man unbewusste Vorurteile gegenüber oder Bevorzugungen von bestimmten Personengruppen untersuchen kann. Mehr zum Test, den die Harvard Universität anbietet, findest Du auch hier bei der ZEIT.

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Was hat die Zeit des Nationalsozialismus mit Dir und Deinem Leben zu tun?

Zur Frage

Die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland liegt, rein zeitlich betrachtet, inzwischen relativ weit in der Vergangenheit. In der Auseinandersetzung mit dieser Zeit kann der Eindruck entstehen, dass sie mit uns und unserem eigenen Leben nichts mehr zu tun hat. Viele von uns haben auch keine Menschen mehr persönlich kennen gelernt, die die NS-Zeit selbst erlebt haben. Schaut man genauer hin, egal ob in Bezug auf die Menschen in Deutschland oder die Welt, die uns umgibt - Häuser, Straßen, öffentliche Gebäude - stellt man aber fest, dass diese Zeit und ihre Folgen uns ständig begegnen, auch wenn uns das nicht immer bewusst ist.

Ob und wie sehr wir das Gefühl haben, dass die NS-Zeit etwas mit uns und unserem eigenen Leben zu tun hat, ist natürlich persönlich und individuell und es gibt auf diese Frage keine pauschale oder „richtige“ Antwort. Mögliche Bezugspunkte zum Thema ergeben sich aus ganz verschiedenen Gründen: Aus dem Ort, in dem wir leben, aus der Geschichte unserer Familie, aus unseren Hobbies und Interessen, aus unseren politischen Überzeugungen, aus eigenen biographischen Erfahrungen, und aus vielem mehr. Nicht immer sind unsere diese Bezugspunkte aber bewusst oder spielen sie für unser Leben eine große Rolle.

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Gibt es einen besonderen Bezug zwischen Deinem Leben und der Zeit des Nationalsozialismus, der sich aus Deiner persönlichen Lebensgeschichte ergibt?

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Gehe in Deinem Wohnort oder Deiner näheren Umgebung auf Spurensuche. Erforsche, welche Hinweise auf die Zeit des Nationalsozialismus sich dort finden lassen:

  • Suche nach Stolpersteinen, Gedenktafeln oder Denkmälern.
  • Achte auf Straßennamen, Platznamen oder Gebäudenamen und recherchiere deren historische Hintergründe.
  • Informiere Dich über die Geschichte einzelner Gebäude (z. B. ehemalige Behörden, Schulen, Betriebe).
  • Finde heraus, ob es in Deinem Ort Verfolgte, Widerstandskämpfer*innen oder Täter*innen gab. (Nutze dafür digitale Archive, lokale Chroniken oder Gespräche mit Expert*innen vor Ort)
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Was kannst Du tun, damit die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit gerät?

Zur Frage

Die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus und die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen ist das Ergebnis der Anstrengungen und Kämpfe vieler Menschen, die sich in der Zeit nach 1945 für diese Erinnerung eingesetzt haben. Der Beginn dieser Bewegung ist vor allem den ehemaligen Häftlingen der verschiedenen Lager zu verdanken, die sich organisiert haben, um an die Verbrechen zu erinnern. Dass wir uns heute zum Beispiel in der Schule oder in Form von Gedenkstättenbesuchen, Dokumentationen und Bildungsangeboten mit dem NS auseinandersetzen (können), ist keine Selbstverständlichkeit.

In Zukunft wird es wichtig bleiben, dass Menschen sich für die Erinnerungskultur und die Bildungsarbeit engagieren. Die Möglichkeiten für dieses Engagement sind dabei vielfältig. Das Lernen über die Geschichte des Nationalsozialismus bleibt nicht abstrakt, wenn man erkennt, wie eng Geschichte und Gegenwart miteinander verwoben sind. Es schafft einen Bezugsrahmen, der hilft, Entwicklungen einzuordnen, Position zu beziehen und zu verstehen, dass Erinnerung nicht allein Sache von Museen und Gedenkreden ist, sondern eine Haltung im Alltag sein kann.

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In der MEMO-Jugendstudie haben wir die Teilnehmer*innen gefragt, für welche gesellschaftlichen Themen sie sich besonders interessieren und engagieren. Der größte Teil der Befragten gab an, sich für den „Klima- und Umweltschutz“ zu engagieren (42,8%), gefolgt vom „Einsatz gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Rassismus“ (21,6 %). Sich konkret für das Thema „Erinnerungskultur und Geschichtsbewusstsein“ zu engagieren, berichtete nur ein kleiner Teil der Befragten (1,0 %).

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO-Jugendstudie

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Spielen die Themen Erinnern und Erinnerungskultur in Deinem Umfeld, zum Beispiel in Deiner Familie oder bei Deinen Freund*innen, eine Rolle? Gibt es Menschen in Deinem Umfeld, die sich aktiv im Bereich der Erinnerungskultur engagieren?

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Sprich mit einer Person aus Deiner Familien oder Deinem Freund*innenkreis und überlegt Euch eine konkrete Möglichkeit, wie Ihr selbst etwas dazu beitragen könnt, die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus und an das Leid von Menschen in dieser Zeit wachzuhalten.

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Was bedeutet „Geschichtsrevisionismus“?

Zur Frage

Ursprünglich beschreibt der Prozess des Revisionismus das Hinterfragen und die Neubewertung von historischem Wissen, wenn zum Beispiel neue historische Quellen auftauchen. Das ist ein normaler und wichtiger wissenschaftlicher Prozess. In seiner extremistischen Ausprägung insbesondere im Kontext der NS-Zeit bezeichnet Geschichtsrevisionismus aber den gezielten Versuch, das gesellschaftlich und wissenschaftlich fundierte Verständnis und Wissen von der NS-Geschichte aus politischer Motivation zu verzerren – zu verändern oder vollständig zu leugnen. Hier geht es nicht um eine wissenschaftlich begründete Revision von Wissen, sondern um Angriffe auf die Erinnerung an die Verbrechen und Opfer des Nationalsozialismus.

Wenn der Holocaust geleugnet, die deutsche Kriegsschuld relativiert oder der Nationalsozialismus auf vermeintliche „Leistungen“ wie wirtschaftliche Erfolge reduziert wird, steckt dahinter oft mehr als bloße Geschichtsvergessenheit. Es ist der Versuch, Verantwortung umzudeuten mit dem Ziel zu entlasten, zu verklären oder zu entpolitisieren. Dazu werden Beweise ausgelassen, Quellen umgedeutet oder ins Gegenteil verkehrt. Das Ziel ist nicht Aufarbeitung, sondern Umschreibung, oft mit dem Ziel, rechte Denkweisen in der Gegenwart zu normalisieren.

In Deutschland erkennt der Verfassungsschutz diese Form von Geschichtsrevisionismus als ein zentrales Element rechtsextremer Ideologie an. Die Leugnung oder grobe Verharmlosung des Holocaust ist nicht nur geschichtsvergessen, sondern strafbar und fällt nach § 130 StGB unter den Straftatbestand der „Volksverhetzung“.

Zum Vergleichen

In den MEMO-Studien IV und V haben wir untersucht, inwiefern Menschen geschichtsrevisionistischen Einstellungen zustimmen und wie stark revisionistische Perspektiven mit anderen Einstellungen zusammenhängen. Dabei zeigte sich, dass Menschen, die stärker an Verschwörungserzählungen in der Gegenwart glauben, stärker dazu neigten, die Geschichte und Verbrechen des Nationalsozialismus zu relativieren. Das gleiche Muster zeigte sich in Bezug auf das Thema Nationalstolz: Befragte, die ein stärkeres Bedürfnis hatten, auf ihr „Deutschsein“ stolz zu sein, hatten eine stärkere Tendenz dazu, die NS-Zeit zu relativieren.

Quellen und mehr zum Vergleichen: MEMO IV und MEMO V

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Warum ist Geschichtsrevisionismus auch für unsere Gegenwart eine Bedrohung? Welchen Einfluss haben geschichtsrevisionistische Perspektiven und die Umdeutung historischer Fakten auf heutige politische Debatten?

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Lade Dir das Arbeitsheft zum Thema Geschichtsrevisionismus der Bildungsstätte Anne Frank herunter und bearbeite eine der enthaltenen Aufgaben.

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Kennst Du Beispiele dafür, dass Menschen bewusst historische Fakten über die Zeit des Nationalsozialismus verzerrt oder geleugnet haben?

Zur Frage

Fakten über den Nationalsozialismus sind wissenschaftlich gut dokumentiert, und dennoch gibt es immer wieder Versuche, diese Erkenntnisse bewusst zu relativieren, umzudeuten oder gar zu leugnen. Oft steckt dahinter ein politisches oder ideologisches Interesse, etwa die Verharmlosung der Verbrechen oder die Verschiebung von Verantwortung. Solche Verzerrungen sind kein Randphänomen, sondern tauchen in Medien, politischen Reden, sozialen Netzwerken und sogar in persönlichen Gesprächen auf. Die Varianten von und Methoden für Relativierung und Revisionismus in Bezug auf den Nationalsozialismus sind sehr vielfältig und während einige Fälle sehr eindeutig sind, sind andere subtiler und gar nicht auf den ersten Blick als Geschichtsrevisionismus zu erkennen.

Relativierungen des Holocaust sind kein neues Phänomen, sondern lassen sich bereits unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs nachweisen. Zwei bekannte Fälle von Holocaustleugnung in der jüngeren Geschichte zeigen sind Horst Mahler und Ursula Haverbeck - beide wurden für ihre geschichtsrevisionistischen Aussagen wegen „Volksverhetzung“ verurteilt.

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In den MEMO-Studien finden wir an verschiedenen Stellen geschichtsrevisionistische Tendenzen auch unter unseren Befragten. Dies bezieht sich beispielsweise auf die Annahmen zur Rolle und Involviertheit der eigenen Vorfahren, bei der ein großer Teil der Teilnehmer*innen (32,2 %) angab, dass die eigenen Vorfahren in der NS-Zeit potenziellen Opfern geholfen hat.

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO III

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Sind Dir in Deinem Umfeld oder über Social Media schon Aussagen begegnet, in denen Menschen sich sehr kritisch oder auch revisionistisch und leugnend in Bezug auf die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus geäußert haben?

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Erstelle einen eigenen Social-Media-Beitrag (zum Beispiel als Instagram-Post, Story, Reel oder TikTok - alternativ als Entwurf), der über ein historisches Ereignis informiert oder erklärt, wie man Fake News zu historischen Themen erkennen kann. Der Beitrag muss nicht veröffentlicht werden, sondern kann als Konzept oder Beispielbeitrag gestaltet werden. Beziehe Quellen ein und erläutere kurz, warum diese vertrauenswürdig sind.

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In einer Gesprächsrunde sagt jemand: „In der Corona-Zeit gab es so viele Regeln und Einschränkungen durch den Staat - das war doch eigentlich nichts anderes als das, was die Leute damals in der Zeit des Nationalsozialismus erlebt haben.“

Wie reagierst Du auf die Aussage?

Zur Frage

Historische Vergleiche sind eine schwierige Sache. Nicht ohne Grund gibt es eigene wissenschaftliche Bereiche, die sich mit der Frage des „Vergleichens“ beschäftigen. Natürlich lassen sich manchmal Parallelen und Ähnlichkeiten zwischen Ereignissen ausmachen, und es ist eine spannende Frage, an welcher Stelle sich Geschichte zu „wiederholen“ scheint.

Ein Vergleich zwischen der Corona-Pandemie und der NS-Diktatur, wie er in dem Beispiel gezogen wurde, ist historisch nicht haltbar. Die NS-Zeit umfasste ein totalitäres Regime, das ideologisch motiviert Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Rechtsstaatlichkeit vollständig abschaffte. Millionen von Menschen, vor allem Jüdinnen und Juden, wurden aus rassistischen Motiven systematisch entrechtet und ermordet. Politische Gegner*innen wurden verfolgt, gefoltert, ermordet.

Während in der Corona-Zeit wurden in demokratischen Staaten zeitlich begrenzte Schutzmaßnahmen (zum Beispiel Lockdowns, Maskenpflicht) auf Grundlage von Gesetzen verhängt, die gerichtlich überprüfbar waren. Medien durften kritisch berichten, Proteste waren möglich, Wahlen fanden statt. Natürlich ist es wichtig, auch die Ereignisse und politischen Entscheidungen während der Corona-Pandemie im Rückblick kritisch zu beleuchten und zu überprüfen, inwiefern sie zum Beispiel mit dem Grundgesetz vereinbar waren. Ein Vergleich zwischen dem, was Menschen in der Corona-Zeit erlebt haben, und dem, was die Opfer des Nationalsozialismus ertragen mussten, ist aber nicht haltbar und relativiert das Leid der NS-Opfer.

Zum Vergleichen

In MEMO IV lehnte der größte Teil der Befragten (89,2 %) es „eher“ oder „stark“ ab, dass das Leiden der deutschen Bevölkerung während der Corona-Pandemie mit dem Leid der Menschen während der NS-Zeit verglichen wird. Jede*r zehnte Befragte (10,0 %) fand diesen Vergleich mindestens teilweise berechtigt.

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO IV

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Wie kann man die Gefühle einer Person ernst nehmen, die revisionistische Perspektiven vertritt, zum Beispiel direkte Vergleiche zwischen der Corona-Pandemie und der NS-Zeit, und sich trotzdem klar in Bezug auf die historischen Fakten positionieren?

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Recherchiere Beispiele für Vergleiche, die während der Corona-Pandemie zwischen staatlichen Maßnahmen und der Zeit des Nationalsozialismus gezogen wurden. Finde konkrete Aussagen, Bilder oder Aktionen, in denen solche Vergleiche hergestellt wurden. Beschreibe, worauf sich der Vergleich jeweils bezieht. Informiere Dich über die historischen Hintergründe und ordne ein, ob der Vergleich sachlich haltbar ist.

Reflektiere abschließend Deine eigene Einschätzung dazu: Wie bewertest Du solche Vergleiche und warum? (Achte darauf, Deine Quellen nachvollziehbar anzugeben und Inhalte kritisch zu prüfen.)

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Warum wollen manche Menschen einen „Schlussstrich“ unter die Zeit des Nationalsozialismus ziehen und nicht mehr über diese Zeit sprechen?

Zur Frage

Im Kontext der NS-Zeit ist mit dem Begriff „Schlussstrich“ die Vorstellung gemeint, die gesellschaftliche Beschäftigung mit der Zeit des Nationalsozialismus abzuschließen und nicht mehr darüber zu sprechen oder aktiv daran zu erinnern. Die Schlussstrichforderung steht im Gegensatz zur Idee der „Vergangenheitsbewältigung“, also einer aktiven Auseinandersetzen mit dem Vergangenen, auch wenn es belastend sein kann, um daraus zu lernen. Forderungen, sich nicht (mehr) mit der NS-Vergangenheit und der Frage einer möglichen Schuld auseinandersetzen, gab es schon direkt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und viele Deutsche wollten verdrängen und vergessen, was in dieser Zeit passiert ist, auch um sich nicht mit der eigenen Beteiligung und Verantwortung zu befassen.

Die Gründe dafür, dass Menschen heute einen „Schlussstrich“ fordern, sind vielfältig: Manche befürchten, dass ein genauer Blick auf die Vergangenheit unangenehme Wahrheiten über das eigene familiäre Umfeld ans Licht bringen könnte. Andere empfinden die wiederholte Auseinandersetzung als ermüdend oder überflüssig und sind der Meinung, dass diese Vergangenheit mit ihrem eigenen Leben nichts mehr zu tun hat. Für einige steht dahinter eine Abwehrhaltung, weil die Konfrontation mit Fragen von Verantwortung und Leid schwer auszuhalten ist. Es gibt aber auch politische Motive, vor allem von rechtsextremen Gruppen, die den „Schlussstrich“-Gedanken gezielt nutzen, um die Erinnerungskultur zu schwächen und rechtes und nationalsozialistisches Gedankengut wieder „sagbar“ zu machen.

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In MEMO III stimmte mehr als ein Viertel aller Befragten (27,1 %) der Aussage „eher“ oder „stark“ zu, dass es Zeit für einen „Schlussstrich“ unter die nationalsozialistische deutsche Vergangenheit sei. In der weiteren Auswertung zeigte sich dabei, dass diejenigen, die einen Schlussstrich befürworteten, sich auch weniger intensiv mit der NS-Zeit auseinandergesetzt haben. Es zeigte sich zudem, dass sie eine stärkere Tendenz zu verzerrenden Perspektiven auf die NS-Zeit hatten - beispielsweise gingen sie stärker davon aus, dass die damalige deutsche Bevölkerung nichts von der systematischen Ermordung von Menschen in dieser Zeit wusste.

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO III

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Was würde passieren, wenn unsere Gesellschaft kollektiv beschließen würde, nicht mehr über die NS-Zeit und die Verbrechen in dieser Zeit zu sprechen?

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„Erinnerung in kleinen Dosen“: Überlege Dir eine einfache Geste oder ein kleines Ritual für Deinen Alltag, das Dich regelmäßig an die Zeit des Nationalsozialismus erinnert. Das kann zum Beispiel sein:

  • Bei Spaziergängen bewusst auf Stolpersteine oder Gedenktafeln zu achten.
  • Ein bestimmtes Datum im Jahr im Kalender zu markieren, an dem Du Dich mit dem Thema beschäftigst.
  • Regelmäßig ein Buch oder einen Text zum Thema zu lesen oder einen Film zu schauen.
  • Einen historischen Ort in Deiner Umgebung bewusst regelmäßig aufzusuchen.
  • Oder eine andere persönliche Form des Erinnerns zu entwickeln.
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Würdest Du Produkte von Unternehmen kaufen, die an den Verbrechen während der Zeit des Nationalsozialismus beteiligt waren?

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Während der NS-Zeit profitierten viele Unternehmen von den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, insbesondere von der Zwangsarbeit, aber auch von der Enteignung jüdischer Betriebe („Arisierung“) oder der Produktion für die Kriegswirtschaft. Viele dieser Firmen existieren heute noch, zum Teil unter gleichem Namen, zum Teil als Teil internationale Konzerne.

In den letzten Jahrzehnten haben einige Unternehmen ihre Rolle im Nationalsozialismus öffentlich aufgearbeitet, Forschungsprojekte finanziert oder Entschädigungen gezahlt, andere hingegen haben sich zu ihrer Vergangenheit bisher kaum oder gar nicht verhalten. Auf die Frage, ob man Produkte von solchen Unternehmen kaufen sollte, gibt es keine richtige Antwort. Wahrscheinlich kaufen oder besitzen die meisten von uns solche Produkte, ohne dass uns das bewusst ist. Das Thema berührt aber viele Fragen der historischen Verantwortung sowohl auf einer persönlichen als auch einer wirtschaftlichen Ebene und zeigt beispielhaft, an wie vielen Stellen die NS-Vergangenheit bis in die Gegenwart wirkt, ohne dass wir uns dessen immer bewusst sind.

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Kann man ein heutiges Unternehmen für Verbrechen verantwortlich machen, die vor 80 Jahren unter ganz anderen Eigentümer*innen und Bedingungen begangen wurden? Wie sollten Unternehmen mit dieser Verantwortung umgehen?

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Schau bei Dir zuhause nach, ob Du Produkte besitzt, deren Hersteller eine NS-Vergangenheit haben. Informiere Dich anschließend darüber, ob und wie diese Firmen mit ihrer NS-Vergangenheit umgehen (schaue zum Beispiel auf der Homepage des Unternehmens).

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Fallen Dir Vorfälle nach 1945 ein, die in einem Zusammenhang mit der Zeit und den Verbrechen des Nationalsozialismus stehen?

Zur Frage

Die Zeit des Nationalsozialismus ist kein zeitlich fest begrenzter oder abgeschlossener historischer Zeitraum, auch wenn die Herrschaft des NS-Regimes mit der Kriegsniederlage im Jahr 1945 endete. Das Gedankengut, das sich in der NS-Zeit in extremer Form in Menschenfeindlichkeit und Vernichtungsfantasien äußerte, hat eine lange Vorgeschichte. Natürlich existierte und existiert die nationalsozialistische Ideologie auch nach 1945 fort - allein schon, weil viele der Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen wurden und ein großer Teil der deutschen Bevölkerung menschenfeindliche Einstellungen des Regimes teilte. Entsprechend lassen sich unzählige Ereignisse, Vorfälle und Verbrechen nach 1945 aufzeigen, die in einem direkten oder indirekten Zusammenhang mit der NS-Zeit standen. Auch gibt es bis heute Strafverfahren gegen ehemalige Täter*innen, auch wenn diese inzwischen hochbetagt sind.

Nationalsozialistisches Gedankengut wird in Deutschland und weltweit von rechten und rechtsextremen Gruppen teils ungehemmt vertreten. Immer wieder werden Menschen aus rechtsextremen und rassistischen Motiven angegriffen oder sogar ermordet. Auch in der sogenannten „Mitte der Gesellschaft“ lassen sich in Studien Einstellungen nachweisen, die anschlussfähig sind das nationalsozialistische Weltbild. Ein besonders bekanntes Beispiel für Verbrechen, die in direktem Zusammenhang mit der NS-Zeit stehen, sind die Taten der rechtsextremen Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU), die in der Zeit von 2000 bis 2007 neun Menschen aus rassistischen Motiven und eine Polizistin ermordete. Die Gruppe bezog sich dabei ideologisch unmittelbar auf die menschenverachtende Ideologie des Nationalsozialismus. Andere Ereignisse in Deutschland, an die man hier denken kann, sind zum Beispiel:

  • Der Mord an Walter Lübcke (2. Juni 2019)
  • Der Anschlag auf die Synagoge in Halle (9. Oktober 2019)
  • Der Anschlag in Hanau (19. Februar 2020)

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In MEMO IV haben wir den Teilnehmer*innen eine ähnliche Frage dazu gestellt, ob ihnen Ereignisse nach 1945 einfallen, die aus ihrer Sicht mit der Zeit des Nationalsozialismus zusammenhängen. Der größte Teil der Befragten (46,1 %) hatte auf diese Frage keine Antwort. Etwa ein Viertel aller Befragten (24,1 %) nannte hier Angriffe und Anschläge, insbesondere rechtsextremen Terror nach 1945, wie die Anschläge des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und die Anschläge in Halle (2019) und Hanau (2020).

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO IV

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Fühlt die Zeit des Nationalsozialismus sich für Dich wie ein „abgeschlossenes Kapitel“ an?

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Recherchiere selbst zum Thema „nationalsozialistische Kontinuitäten“ und zu Vorfällen und Straftaten nach 1945, die in Zusammenhang mit der Zeit und Ideologie des Nationalsozialismus stehen.

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Welche Aussagen, Symbole oder Bilder begegnen Dir in Deinem Alltag, die mit der Zeit des Nationalsozialismus zusammenhängen?

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Symbole, Zeichen und Parolen aus der Zeit des Nationalsozialismus begegnen uns auch heute noch, manchmal offen sichtbar, manchmal in abgewandelter Form oder ohne, dass uns der Bezug zur NS-Geschichte bewusst ist. Das bekannteste Symbol mit Bezug zur NS-Geschichte ist sicherlich das sogenannte „Hakenkreuz“, dessen Verwendung in Deutschland mit einigen Ausnahmen verboten ist, weil es unmittelbar mit der NS-Ideologie verbunden ist.

Die Nationalsozialisten verwendeten sehr viele Symbole, als Teil ihrer Propaganda aber auch, weil die NS-Ideologie an vielen Stellen mythisch und quasireligiös aufgeladen wurde. Diese Mystifizierung, etwa durch die Verwendung nordischer Runen und den dadurch verdeutlichten Bezug zum „Germanentum“ war ein wichtiger Bestandteil der NS-Ideologie und diente unter anderem dazu, das eigene rassistische Weltbild in der Bevölkerung zu verbreiten. Neben dem Hakenkreuz sind Symbole wie die SS-Runden, die Schwarze Sonne oder das Totenkopf-Symbol der SS bekannt. Rechte und rechtsextreme Gruppierungen greifen diese Symbole heute, obwohl in Teilen verboten, häufig auf, um die NS-Vergangenheit zu glorifizieren und ihre menschenfeindliche Weltanschauung zum Ausdruck zu bringen. Gängig ist auch die Verwendung von scheinbar harmlosen Abkürzungen und Zahlencodes, um die eigene Gesinnung zum Ausdruck zu bringen, ohne direkt erkannt zu werden - zum Beispiel wird der Zahlencode „88“ stellvertretend für die Parole „Heil Hitler“ benutzt, weil das H der achte Buchstabe des Alphabets ist.

Gesetzlich ist der Umgang mit diesen Symbolen klar geregelt durch den Paragraphen 86a StGB, der das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen strafbar macht. Dazu gehören nicht nur die originalen NS-Symbole, sondern auch Nachahmungen oder leicht veränderte Varianten, wenn sie eindeutig auf denselben Bezug verweisen.

Wenn man mit offenen Augen durch den Alltag geht, stößt man manchmal auf solche Zeichen, zum Beispiel als Graffitis, auf T-Shirts, in Social-Media-Profilen oder bei Konzerten. Für die rechte Szene sind sie so etwas wie geheime Erkennungszeichen. Für Außenstehende können sie einschüchternd wirken und zeigen, dass sich jemand klar abgrenzen will.

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Was bedeutet es für Betroffene (zum Beispiel jüdische Menschen), wenn ihnen nationalsozialistische Zeichen und Symbole im öffentlichen Raum begegnen?

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Spiele die erste Episode des Spiels „Hidden Codes“ (kostenlos, zum Beispiel auf dem Smartphone), das die Bildungsstätte Anne Frank entwickelt hat und das spielerisch versucht, für rechte Ideologie, Symboliken und Verschwörungserzählungen zu sensibilisieren.

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Siehst Du Ähnlichkeiten zwischen der Zeit des Nationalsozialismus und unserer heutigen Zeit?

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Auch diese Frage ist sehr komplex und nicht eindeutig zu beantworten. Wenn man die Zeit des Nationalsozialismus mit heute vergleicht, fallen natürlich erst einmal viele gesellschaftliche und politische Unterschiede auf, die zum Beispiel damit zusammenhängen, dass wir heute in einer Demokratie leben, aber auch damit, dass seit der NS-Zeit viel Zeit vergangen ist und die Welt und der Alltag sich insgesamt verändert haben. Bei genauerem Hinsehen kann man aber auch Ähnlichkeiten oder Muster ausmachen, die an das Geschehen in der NS-Zeit erinnern können.

Beispielsweise nutzten die Nationalsozialisten gezielt Propaganda, um gesellschaftliche Ängste zu schüren, Feindbilder zu schaffen und die Gesellschaft zu spalten. Heute begegnen uns ähnliche Mechanismen in anderer Form zum Beispiel in den sozialen Medien, wenn Falschinformationen, Hass oder Verschwörungserzählungen verbreitet werden. Auch das Prinzip des gesellschaftlichen „Sündenbocks“ können wir heute wiederfinden: Im Dritten Reich wurden Minderheiten wie Jüdinnen und Juden, Sinti*zze und Rom*nja oder politische Gegner*innen für gesellschaftliche Probleme und Krisen verantwortlich und zum Feindbild gemacht. Auch heute ist zu beobachten, dass bestimmte Gruppen, zum Beispiel geflüchtete Menschen oder religiöse Minderheiten, in politischen oder gesellschaftlichen Debatten undifferenziert zum „Problem“ gemacht werden.

Es ist wichtig, die Unterschiede zwischen heute und der NS-Zeit klar zu benennen. Wir leben in einer Demokratie mit freien Wahlen, einer freien Presse, mit Meinungsfreiheit, mit unabhängigen Gerichten und starken Grundrechten, die zum Teil unmittelbar aus den Ereignissen während der NS-Zeit entstanden sind. Es lohnt sich jedoch an den Stellen besonders aufmerksam zu sein, an denen uns Argumentationsmuster, Bilder oder Parolen an die Vergangenheit erinnern, wenn wir gefährlichen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen entgegenwirken wollen.

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In MEMO III haben 30,1 % der Befragten, der Aussage „eher“ oder „stark“ zugestimmt, dass sie Parallelen zwischen aktuellen politischen Entwicklungen in Deutschland und der Zeit des Nationalsozialismus sehen.

Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO III

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Woran erkennst Du und erkennen wir als Gesellschaft, wann es „Zeit wird zu handeln“ und wann der Moment gekommen ist, aktiv zu werden, um zu verhindern, dass etwas wie die Zeit des Nationalsozialismus sich „wiederholen“ oder etwas Ähnliches passieren kann?

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Achte in den nächsten besonders Tagen auf politische Debatten, Wahlplakate oder Social-Media-Posts. Begegnen Dir dabei Muster, die Dich an frühere Propaganda aus der NS-Zeit erinnern (wie zum Beispiel Feindbilder zu schaffen oder vereinfachte Schuldzuweisungen auszusprechen)?

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Wie werden Menschen in Deutschland in 100 Jahren an die Zeit des Nationalsozialismus erinnern?

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Überlebende der Shoah wie Margot Friedländer haben über Jahrzehnte entscheidend dazu beigetragen, die Erinnerung an die NS-Zeit lebendig zu halten. Mit ihrer klaren Botschaft: „Schaut nicht auf das, was euch trennt. Schaut auf das, was euch verbindet“, stand Margot Friedländer für Menschlichkeit und für gemeinsame Verantwortung für die Gegenwart. Ein anderer Zeitzeuge, Max Mannheimer, sagte: „Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dafür, dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.“

Vielen von uns sind diese Zeitzeug*innen und ihre Mahnungen noch präsent. Doch immer mehr mahnende Stimmen aus der NS-Zeit verschwinden, wenn Zeitzeug*innen versterben und es braucht neue Wege und Anstrengungen, um die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus und ihre Opfer aufrechtzuerhalten. Alleine in den letzten Jahren hat sich vieles verändert, zum Beispiel gibt es immer mehr digitale Zugänge zum Thema, über Hologramme von Zeitzeug*innen, über das Erleben von Geschichte in virtuellen Realitäten oder in Computerspielen.

Spannend ist aber das Gedankenspiel, wie in der Zukunft an die NS-Geschichte erinnert wird und welche Rolle die Erinnerung an diese Zeit in unserer Gesellschaft dann noch spielen wird.

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Wenn Du Dir ausmalst, wie die technischen Möglichkeiten sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten, zum Beispiel durch künstliche Intelligenzen, verändern werden; Welche neue Möglichkeiten ergeben sich daraus für die Bildungsarbeit zum Thema Nationalsozialismus?

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„Visuelles Mapping“: Erstelle eine Übersicht über neu entstehende digitale Formen des Erinnerns und beschreibe, wie zum Beispiel der Schulunterricht zum Thema Nationalsozialismus sich dadurch in Zukunft verändern könnte.

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Welche Wörter oder Begriffe kennst Du, die mit der Zeit des Nationalsozialismus zusammenhängen und heute noch benutzt werden?

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Die Nationalsozialisten nutzten Sprache gezielt als Werkzeug, um ihre Ideologie zu verbreiten, Feindbilder zu schaffen und Gewalt zu verschleiern. Viele Begriffe wurden bewusst umgedeutet oder beschönigend eingesetzt, zum Beispiel Begriffe wie „Sonderbehandlung“ oder „Ausmerzen“.

Einige dieser Wörter leben bis heute weiter, jedoch oft unbewusst. Es sind Begriffe oder Sätze wie „Kulturschaffende“, "Jedem das Seine" oder „Festung Europa“, die historische Wurzeln im NS-Sprachgebrauch haben, die aber häufig bis heute in unserem Alltag bestehen, ohne dass ihre Herkunft bekannt oder uns besonders bewusst ist.

Deshalb ist es wichtig, aufmerksam mit Sprache umzugehen. Wörter selbst haben nämlich eine Geschichte und wer sie benutzt, übernimmt auch ein Stück ihrer Bedeutung. Auch bewusste Sprache ist ein Zeichen von Verantwortung und Erinnerung.

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Würdest Du sagen, dass Sprache und bestimmte Wörter bewusst oder unbewusst beeinflussen, wie wir über andere Menschen denken?

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Erstelle eine Übersicht mit Wörtern und Ausdrücken, die in der NS-Zeit verwendet wurden und bis heute bestehen. Überlege Dir für jedes Wort und jeden Ausdruck eine Alternative, die man benutzen kann, um keine Sprache mit NS-Bezug zu verwenden.

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Welche Nachrichten der letzten Wochen erinnern Dich an die Zeit des Nationalsozialismus?

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Auch heute lassen sich in den Nachrichten Meldungen finden, die unmittelbar an Strukturen und Ereignisse aus der Zeit des Nationalsozialismus oder an die rassistische und menschenfeindliche Ideologie des Nationalsozialismus erinnern. Dazu gehören unter anderem Nachrichten über Rechtsextremismus, Hassverbrechen, Angriffe auf Gedenkorte oder den öffentlichen Versuch, historische Aufarbeitung anzugreifen. Manche Nachrichten erinnern uns aber auch etwas indirekter an die Vergangenheit, ohne expliziten Bezug zur NS-Geschichte oder Gewalttaten.

Aktuelle Berichte über beschädigte Stolpersteine, über Razzien gegen rechtsextreme Gruppen, über Angriffe auf Menschen wegen ihrer Herkunft, Hautfarbe oder Religion zeigen, dass gesellschaftliche Mechanismen wie Ausgrenzung, Schuldzuweisung und ideologische Radikalisierung nicht nur Vergangenheit sind, sondern weiter relevant bleiben. Das Bewusstsein für diese Parallelen ist wichtig, um aus der Geschichte zu lernen, Warnsignale zu erkennen und Verantwortung für eine demokratische und respektvolle Gesellschaft zu übernehmen.

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Welche konkreten politischen oder gesellschaftlichen Muster (zum Beispiel Ausgrenzung, Schuldzuweisung, politische Machtkämpfe) erkennst Du in den aktuellen Nachrichten wieder, die Dich an die NS-Zeit erinnern?

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Beobachte in den kommenden Tagen bewusst aktuelle Nachrichten oder Social-Media-Beiträge. Gibt es Aussagen oder Entwicklungen, die Dich an Mechanismen aus der Zeit des Nationalsozialismus erinnern?

Notiere:

  • Was genau hat Dich stutzig gemacht? Welche Parallelen erkennst Du? Wie fühlst Du Dich dabei?
  • Überlege Dir eine kleine Handlung: Sprich mit jemandem darüber, poste Deine Gedanken oder widersprich sachlich.

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"I fear that Europe is forgetting its past and that Auschwitz is only asleep."

Welche Sorge spricht Ceija Stojka in diesem Zitat an?

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Ceija Stojka (1933 - 2013) war eine österreichische Schriftstellerin und Künstlerin. Sie wurde in Kraubath geboren, ihre Familie gehörte den Lovara-Roma an. Als Kind wurde Ceija zusammen mit ihrer Familie in insgesamt drei Konzentrationslager deportiert (Auschwitz-Birkenau, Ravensbrück, Bergen-Belsen) und überlebte diese. Sehr viele ihrer Angehörigen wurden in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet. Nach dem Krieg begann sie nach und nach, ihre Geschichte und ihre Erlebnisse in Büchern und in Kunstwerken zu verarbeiten. Mit ihren Werken machte sie die Verfolgung von Sinti*zze und Rom*nja sichtbar. Sie war eine der ersten Romnja, die über die NS-Verfolgung sprachen und wurde zu einer wichtigen Stimme der Community und Holocaust-Erinnerung. Ceija Stojka verstarb am 28. Januar 2013 in Wien.

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Welche Bedeutung haben die Erfahrungen von Holocaust-Überlebenden wie Ceija Stojka für ihr weiteres Leben? Wie wirken sich Ereignisse wie das, was sie in ihrer Kindheit erlebt hat, auf das weitere Leben aus?

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Schau Dir die Kunstwerke von Ceija Stojka an, zum Beispiel auf der Homepage der Cejka Stojka Association , und wähle ein Werk aus, das Dich besonders anspricht. Setze Dich anschließend mit folgenden Fragen auseinander:

  • Welche Erfahrung verarbeitet Ceija Stojka in diesem Bild?
  • Warum sind diese Erfahrungen für die Roma-Community von besonderer Bedeutung?

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„Es kommt nicht auf die großen Sachen an, sondern auf den Alltag der Tyrannei, der vergessen wird. Tausend Mückenstiche sind schlimmer als ein Schlag auf den Kopf.“ (April 1944)

Was sagt dieses Zitat aus den Tagebüchern von Victor Klemperer Dir über die Zeit des Nationalsozialismus?

Zur Frage

Victor Klemperer (1881–1960) war Professor für Literatur und Sprache und jemand, der genau hinsah und alles aufschrieb. Er wurde am 09. Oktober 1881 in Landsberg geboren. Er stammte aus einer jüdischen Familie, konvertierte aber später zum Protestantismus. Im Jahr 1935 verlor er seine Professur in Dresden und wurde von den Nationalsozialisten entrechtet, musste sein Haus verlassen und lebte später in verschiedenen sogenannten „Judenhäusern“ in Dresden. In dieser Zeit schrieb Victor Klemperer heimlich und sehr ausführlich Tagebücher. Darin hielt er fest, wie der Nationalsozialismus nicht nur durch Gewalt, sondern auch durch Vorschriften und die veränderte Sprache in den Alltag der Menschen eindrang. Später wurden die Aufzeichnungen von Victor Klemperer als wichtige Zeitzeugnisse veröffentlicht.

Berühmt wurde sein Buch „LTI - Lingua Tertii Imperii“, in dem er die Sprache des Dritten Reiches analysierte. Nach dem Krieg lehrte Victor Klemperer wieder in Dresden und engagierte sich politisch. Bis zu seinem Tod 1960 blieb er ein wichtiger Chronist seiner Zeit. Seine Arbeiten zeigen bis heute, wie wichtig Sprache ist und welche Wirkmacht sie haben kann. Vielleicht hast Du das schon mal gehört: Sprache schafft Bewusstsein.

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Welche Parallelen könnte man von Victors Klemperers Zitat zu unserer heutigen Gesellschaft ziehen - welche „Mückenstiche“ lassen sich in unserem Alltag beobachten?

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Schreibe einen fiktiven Tagebuch-Eintrag aus der Sicht einer Person, die die Zeit des Nationalsozialismus erlebt hat. Welche besonderen Beobachtungen könntest Du im Alltag dieser Zeit gemacht haben?

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„Wir dürfen niemals vergessen, doch Erinnern allein reicht nicht.“

Was denkst Du wünscht sich Margot Friedländer über das Erinnern hinaus?

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Margot Friedländer wurde 1921 in Berlin geboren. Sie wuchs in einer jüdischen Familie auf und erlebte als junge Frau die Verfolgung durch die Nationalsozialisten. 1943 wurden ihre Mutter und ihr Bruder nach Auschwitz deportiert und ermordet. Margot selbst tauchte unter und konnte mithilfe falscher Papiere überleben, bis sie im April 1944 verhaftet und nach Theresienstadt verschleppt wurde, wo sie 1945 das Kriegsende erlebte. Nach 1945 emigrierte sie zunächst in die USA, wo sie fast 60 Jahre lang lebte.

2010 kehrte sie dauerhaft nach Berlin zurück. Seitdem trat sie als sehr engagierte Zeitzeugin auf, berichtete an Schulen, in Interviews und in Büchern von ihrem Leben und warnte dabei eindringlich vor Hass, Intoleranz und Antisemitismus. 2023 gründete sie die Margot-Friedländer-Stiftung, über die ihre Erfahrungen, ihre politischen Ansichten und humanistischen Einstellungen an kommende Generationen weitergeben werden sollen. Mit ihrem berühmten Aufruf: „Seid Menschen!“ gab sie eine klare Botschaft. Sie setzte sich aktiv für Demokratie und Bildung ein. Margot Friedländer starb am 9. Mai 2025 im Alter von 103 Jahren in Berlin, kurz nach ihrem letzten öffentlichen Auftritt zum 80. Jahrestag des Kriegsendes . Ihr Tod wurde mit einer Gedenkfeier am 9. Juli 2025 begangen, an der alle namenhaften Politiker*innen Deutschlands und viel Prominenz teilgenommen haben.

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Wie können nachfolgende Generationen das Wissen und die Erfahrungen von Zeitzeug*innen angemessen bewahren und weitertragen?

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Setze Dich auf der Homepage werde-zweitzeuge.de mit Lebensgeschichten von Holocaust-Überlebenden auseinander und werde selbst Zweitzeug*in, um die Erinnerung fortzutragen.

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„Ich hatte mich nur abends im Lager zu melden, um die Trockenverpflegung für den nächsten Tag abzuholen, die aus 125 Gramm Brot und einem Stück Margarine, Käse oder Wurst bestand. Sobald ich sie in den Händen hatte, war sie schon aufgegessen […]“

Welche Erfahrung aus der Zeit des Nationalsozialismus beschreibt Theodor Michael in diesem Zitat?

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Theodor Michael (1925-2019) war ein deutscher Schauspieler, Journalist und Autor. Er wuchs in Köln als Sohn eines Kameruner Vaters und einer deutschen Mutter auf. Als Kind erlebte er Ausgrenzung und Rassismus. Während des NS-Regimes wurde er dauerhaft diskriminiert und mehrfach zur Arbeit gezwungen. Um zu überleben, musste er in sogenannten „Völkerschauen“ auftreten. Eine „Völkerschau“ war eine Ausstellung, bei der Menschen - häufig aus kolonisierten Regionen - öffentlich zur Schau gestellt wurden. Auch in der Zeit des Nationalsozialismus knüpfte man an solche rassistischen Traditionen an. Die betroffenen Menschen wurden dabei entwürdigt, exotisiert und als „anders“ oder „minderwertig“ dargestellt - eine Praxis, die ihre Rechte und ihre Würde missachtete und großes Leid verursachte. Trotz dieser Erfahrungen blieb Theodor Michael nach dem Ende des Kriegs in Deutschland und arbeitete nach 1945 als Dolmetscher, Mitarbeiter im Bundesnachrichtendienst sowie als Journalist.

Besonders bekannt wurde er durch seine Autobiografie „Deutsch sein und schwarz dazu“ (2013), in der er sein Leben zwischen Ausgrenzung, Rassismus und dem ständigen Kampf um Anerkennung beschreibt. Theodor Michael setzte sich bis zu seinem Tod 2019 für Aufklärung, Erinnerungskultur und gegen Rassismus ein.

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Welche Erfahrungen und welche Probleme bringt Theodor Michael mit dem Titel seiner Autobiografie „Deutsch sein und schwarz dazu“ zum Ausdruck?

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Lies die Lebensgeschichte von Theodor Michael - beispielsweise in seinem Buch oder über eine Bibliothek - und frage Dich, welche Verantwortung sich daraus für Dich persönlich heute ableiten lässt.

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„Ich bin ein Jude aus dem Jenseits. Das ganze jüdische Volk wird ermordet, ich selbst habe eine ganze Stadt von Juden begraben …, in Chelmo.“ (Februar 1942)

Was stellst Du Dir vor hat Szlama Ber Winer in Chelmo erlebt?

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Szlama Ber Winer wurde 1911 in Izbica Kujawska in Polen geboren. Er wurde Anfang 1942 in das SS-Lager Kulmhof bei Chelmno nad Nerem deportiert. Viele Menschen wurden dort von den Nationalsozialisten ermordet. Szlama wurde dem sogenannten „Waldkommando“ zugeteilt, die gezwungen wurden, die vielen Leichen der ermordeten Menschen zu bestatten. Anschließend wurden die Mitglieder des Waldkommandos in aller Regel selbst ermordet, damit niemand die Gräueltaten an jüdischen Menschen bezeugen kann. Szlama Ber Winer gelang jedoch die Flucht ins Warschauer Ghetto, wo er in Kontakt mit der geheimen jüdischen Organisation Oneg Shabbat („Ringelblum-Archiv“) kam, die seine Berichte über die Massenmorde bei Chelmo aufzeichneten und an die polnische Exilregierung in London schickten. So wurde Szlama Ber Winer zu einem der ersten Zeugen der systematischen Ermordung jüdischer Menschen in nationalsozialistischen Vernichtungslagern. Um ihn zu schützen, wurde in den Berichten das Pseudonym „Jakob Grojanowski“ verwendet, weshalb von dem Dokument heute auch als „Grojanowski-Report“ gesprochen wird. Szlama Ber Winter ging im Anschluss nach Zamość, wo Verwandte von ihm im Ghetto lebten. Von dort wurde er im April 1942 als einer der ersten in das neu errichtete NS-Vernichtungslager Belzec deportiert und ermordet.

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Welchen Kontakt hast Du selbst zu jüdischem Leben in der Gegenwart? Welche Möglichkeiten gibt es an Deinem Wohnort, sich mit dem heutigen jüdischen Leben in Deutschland auseinanderzusetzen?

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Die Geschichte von Szlama Ber Winer zeigt, wie wichtig es ist, Zeugnisse von Verfolgung zu sichern und weiterzugeben. Sein Bericht wurde nur überliefert, weil Menschen ihn dokumentierten und archivierten.

Recherchiere in Deinem Wohnort oder in der näheren Umgebung nach Spuren nationalsozialistischer Verfolgung.

  • Gibt es im Stadtarchiv, in einer Bibliothek oder online zugänglichen Archiven Hinweise auf deportierte oder ermordete Menschen?
  • Existieren Gedenktafeln, Stolpersteine oder lokale Dokumentationen?
  • Welche Lebensgeschichten sind bekannt - und welche Lücken fallen auf?

Websites, die Dir dabei helfen können:

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„1) Ich werde Dich immer lieben.
2) Ich werde Dich nie allein lassen.
3) Ich werde alles tun, um Dich glücklich zu machen. […]“
(Juni 1943)

Welche Gedanken oder Gefühle lösen die Sätze von Felice Schragenheim in Dir aus?

Zur Frage

Felice Schragenheim (1922–1945) wurden 1922 in Berlin geboren. Sie war eine jüdische Journalistin, die sich gleichzeitig im Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime befand. 1942 lernte Felice Lilly Wust kennen, deren Mann Soldat an der Front war, und verliebte sich in sie. Kurz darauf zogen sie in eine gemeinsame Wohnung. Im August 1944 wurde Felice Schragenheim von der Gestapo gefangen genommen und in mehrere Konzentrationslager deportiert, wobei ihr weiteres Schicksal nicht vollständig rekonstruiert werden kann. Möglicherweise kam sie auf einem Todesmarsch aus dem KZ Groß-Rosen oder im KZ Bergen-Belsen ums Leben. Als „Todesmärsche“ werden die gewaltsamen Räumungen von Konzentrationslagern in den letzten Kriegsmonaten 1944/45 bezeichnet. Zehntausende Häftlinge wurden dabei unter extremen Bedingungen zu langen Märschen gezwungen, bei denen viele starben; sie dienten unter anderem der Vertuschung der NS‑Verbrechen.

Im Februar 1948 wurde Felice Schragenheim offiziell für tot erklärt. Briefe und Dokumente aus ihrem Umfeld geben Einblicke in ihr Leben und ihre Beziehungen, die später unter anderem im Buch und dem dazugehörigen Film „Aimée und Jaguar“ aufgegriffen wurden. Diese Adaptationen der Lebens- und Liebesgeschichte von Felice Schragenheim und Lilly Wust sind nicht unumstritten.

Zum Vergleichen
Zum Weiterdenken

Wie verändert sich Deine Wahrnehmung der Worte von Felice, wenn Du weißt, welches Schicksal sie später erfuhr?

Zum Aktivwerden

Schau Dir den Film „Aimée & Jaguar“ an, der auf dem Leben von Felice Schragenheim basiert. Recherchiere anschließend, welche Elemente auf historischen Quellen beruhen und wo der Film künstlerische Freiheiten nutzt oder vom gesicherten Wissen über ihr Leben abweicht.

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