Gesprächsrahmen
Gesprächsrahmen
Der erste Patient*innen-Kontakt
![]() |
Schauen Sie sich das nachfolgende Video an und machen Sie sich Gedanken zu dem, was Sie sehen. |
Wie Sie im Video gesehen haben, finden schon bevor das Gespräch zwischen Ihnen und Ihren Patient*innen überhaupt startet, Interaktionen statt. Ganz nach dem Motto:
„Man kann nicht nicht kommunizieren”
(Paul Watzlawick)
Bewusste und unbewusste Interaktionen können mitsamt ihren nonverbalen Signalen (wie Augenkontakt und Körperhaltung) erheblichen Einfluss auf die nachfolgende Unterhaltung haben.
Gesprächseinstieg
In den vorherigen Themenabschnitten wurde bereits verdeutlicht, wie unterschiedlich sich kognitive und sprachliche Beeinträchtigungen auf die Kommunikationsfähigkeiten der Betroffenen auswirken können. Beispielsweise, dass man Menschen ihre Beeinträchtigung nicht immer ansieht, aber auch, dass es unterschiedliche Wege gibt, um miteinander zu kommunizieren. Bevor wir Ihnen spezielle Kommunikationsstrategien zeigen, die Ihnen in der Kommunikation mit Ihren Patient*innen weiterhelfen können, möchten wir noch einmal wichtige Punkte aufzeigen, die Sie sicherlich bereits intuitiv im Arbeitsalltag so praktizieren.

Vor dem Gespräch:
Grafik: OptiKomm.
Besonders beim ersten Gespräch mit Ihren Patient*innen kann es schwerfallen, die kommunikativen und kognitiven Fähigkeiten der Gesprächspartner*innen einzuschätzen. Neben einer grundsätzlichen Offenheit gegenüber den Patient*innen möchten wir Ihnen Folgendes empfehlen, was Sie sicherlich schon auf die ein oder andere Weise instinktiv beachten.
Wenn Sie auf "Umdrehen" klicken, sehen Sie eine Beispielfrage. Mit dem Pfeil unten rechts gelangen Sie zur nächsten Frage.
Personenfotos: Designed by Freepik.
Verwendung eines Gesprächsleitfadens
Für einige Patient*innen kann eine unterstützende visuelle Aufbereitung des Gesprächsablaufs hilfreich sein. Ein strukturierter Leitfaden bietet Orientierung und kann es für Patient*innen erleichtern, dem Gespräch zu folgen und wichtige Informationen besser aufzunehmen.
![]() |
Hier haben wir Ihnen einen Gesprächsleitfaden mit Bildern erstellt, den Sie gerne in Gesprächen mit Ihren Patient*innen nutzen können. |
Gemeinsame Entscheidungsfindung im Gesprächsverlauf
Wahrscheinlich kennen Sie bereits die vielfältigen Vorteile, die Shared decision-making (SDM oder Partizipative Entscheidungsfindung) mit sich bringt. Viele Patient*innen möchten heutzutage in ihrem medizinischen Versorgungsprozess aktiv mitentscheiden. SDM geht mit einer höheren Patient*innenzufriedenheit und auch generell mit einer höheren Behandlungsqualität einher. Außerdem wird die Teilhabe der Patient*innen im Gesamten gesteigert.
Die Umsetzung von SDM hängt von unterschiedlichen Faktoren wie der Einwilligungsfähigkeit der Patient*innen, der Dringlichkeit der Entscheidung und der Relevanz für das tägliche Leben ab. Patient*innen mit eingeschränkter Entscheidungsfähigkeit, wie etwa bei kognitiver Beeinträchtigung, können durch angepasste Kommunikation dennoch einbezogen werden. In akuten Fällen kann es notwendig sein, dass Ärzt*innen schneller Entscheidungen treffen, aber auch hier sollte versucht werden, die Patient*innen zu informieren und einzubinden. Eine weitere Möglichkeit ist der Einbezug von Dritten, also Angehörigen oder Betreuer*innen.
Wesentliche Schritte im Entscheidungsprozess sind:
Klicken Sie auf den Pfeil rechts mittig im Bild, um die einzelnen Punkte durchzulesen.
Grafiken: OptiKomm.
Gesprächsabschluss
Formulieren Sie das Gesprächsende strukturiert und patient*innenorientiert: Informieren Sie Ihre Patient*innen rechtzeitig darüber, dass das Gespräch sich dem Ende zuneigt. Geben Sie dabei ausreichend Raum für Rückfragen und Anliegen, die möglicherweise noch geklärt werden müssen.
Bieten Sie stets die Möglichkeit an, einen Folgetermin zu vereinbaren, falls dies erforderlich ist.



