Einbezug Dritter in Gespräche

Bestimmt haben Sie auch schon Gespräche mit Patient*innen geführt, bei denen eine Begleitperson anwesend war. Der Einbezug und die Rolle von weiteren Personen (Dritten) spielt im Versorgungskontext, insbesondere von Menschen mit Beeinträchtigung z. B. in Kontext von Anamnesegesprächen, Diagnostik und Therapieplanung und -entscheidung häufig eine wichtige Rolle. 

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Notieren Sie Ihre positiven und negativen Erfahrungen und was Ihnen in Gesprächen mit Dritten wichtig ist in Stichpunkten auf der Pinnwand. Teilen Sie Ihre Erfahrung gerne auf der Pinnwand mit Ihren Kolleg*innen.

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Zustimmung der Patient*innen einholen

Bevor Dritte in ein Gespräch einbezogen werden, ist es unerlässlich, die ausdrückliche Zustimmung der Patient*innen einzuholen. Die Autonomie der Patient*innen steht an erster Stelle und sie sollten immer das Recht haben, selbst zu entscheiden, ob und welche Dritte am Gespräch teilnehmen dürfen.

  • Beispielfrage, um die Zustimmung einzuholen:
    "Möchten Sie, dass Ihr Betreuer bei diesem Gespräch dabei ist, um Sie zu unterstützen?"

Bitte beachten Sie: Die Rolle der Dritten kann sich im Lebens- und Krankheitsverlauf der Patient*innen ändern z. B. durch die Verbesserung oder Verschlechterung des Gesundheitszustandes oder mit zunehmendem Alter der Patient*innen. Auch können die Mitsprachemöglichkeiten der Patient*innen je nach Komplexität des zu besprechenden Themas variieren. Die Rolle und der Umfang des Einbezugs der Begleiter*innen sollten darum bei jedem Gespräch am Anfang geklärt werden. Neben den kognitiven und sprachlichen Kompetenzen der Patient*innen spielt auch ihre Persönlichkeit eine wichtige Rolle.

 

Vorteile der Einbeziehung von Dritten in Gespräche

Zusätzliche Informationsquelle
Dritte können wertvolle Informationen liefern, die für die Diagnose und Behandlung entscheidend sind, da sie oft Details über die Krankengeschichte oder aktuelle Beschwerden kennen, an die sich die Patient*innen möglicherweise nicht erinnern oder die sie nur unzureichend mitteilen können.

  • Beispiel: Herr Moos, der Betreuer von Dagmar Stein, die das Down-Syndrom hat, unterstützt sie beim Anamnesegespräch. Nachdem Dagmar Stein ihre Beschwerden beschrieben hat, ergänzt Herr Moos, dass sie in letzter Zeit häufiger über Herzschmerzen klagt, was für die ärztliche Einschätzung hilfreich ist. 

Unterstützung beim Verstehen und Umsetzen
Dritte können sicherstellen, dass die Patient*innen die besprochenen Anweisungen korrekt verstehen und nach dem Gespräch umsetzen. Sie sind für die Patient*innen eine Unterstützung, falls im Nachgang noch Fragen auftauchen. Darüber hinaus können sie helfen, Missverständnisse zu vermeiden.

  • Beispiel: Nach einem Ärzt*innengespräch erklärt Herr Moos auf Nachfrage von Dagmar Stein noch einmal detailliert und in Einfacher Sprache, wie die Einnahme der Medikamente genau erfolgen soll und hilft ihr so, die Anweisungen korrekt zu befolgen.

Emotionale Stütze für die Patient*innen
Gespräche mit medizinischen Fachkräften können für Patient*innen emotional belastend sein, insbesondere wenn komplexe oder schwerwiegende Informationen vermittelt werden. Dritte können hierbei helfen, das Gespräch emotional zu verarbeiten, und sie ermutigen, ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu äußern.

  • Beispiel: Dagmar Stein ist bei Ärzt*innengesprächen oftmals nervös und unsicher. Ihr Betreuer, Herr Moos, ist für sie in den Gesprächen eine emotionale Unterstützung. Sie kennt ihn und kann ihm vertrauen. Dadurch ist sie im Gespräch mit den Ärzt*innen beruhigt.

 

Das Video zeigt Ihnen die Sicht von MmksB und ihre Erfahrungen mit Angehörigen und Betreuenden in der medizinischen Versorgung. 

 

Der Einbezug von Dritten in Gespräche kann sowohl für das medizinische Personal als auch für die Patient*innen von großem Nutzen sein. Wichtig ist jedoch, dass dies immer mit der ausdrücklichen Zustimmung der Patient*innen geschieht. Dritte können helfen, wichtige Informationen zu liefern und den Patient*innen emotionale und kognitive Unterstützung bieten. Dadurch wird die Kommunikation insgesamt verbessert.

 

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