• Erschließungsfragen
      Kulturhistorischer Zusammenhang der Geschichte

      Betrachten Sie die ein- (und aus-)leitenden Partien der insgesamt fünf Abschnitte (man sollte nicht von „Büchern“ sprechen, wie es Junk in der Edition tut) und überlegen Sie, in welchem kulturhistorischen Zusammenhang die Geschichte von Willehalm und Amelie verortet wird. Folgende Gruppenarbeit kann Ihnen bezüglich der Textsicherheit helfen:

    • Teilen Sie dazu Ihre Lerngruppe auf. Bearbeiten Sie jeweils in Einzel- oder Gruppenarbeit eine der folgenden Fragestellungen:

      1. Welche Maßstäbe werden an die Dichtung angelegt (Prologe zu den Abschnitten 1, 3 [ab V. 5595] und 5 [ab V. 12205])?
      2. In welchem literarhistorischen Zusammenhang situiert sich Rudolf von Ems und welche primäre Funktion übernimmt der Text, der für Konrad von Winterstetten verfasst wurde (Prolog zu Abschnitt 2 [ab V. 2143])?
      3. Inwiefern ist die konkrete höfische Gesellschaft, vor der Rudolf vorträgt, nicht exklusiver Rezipient und welche weitergehenden Funktionen übernimmt die Dichtung auch über die Zusammenhänge um Konrad von Winterstetten hinaus (Prolog zu Abschnitt 4 [ab V. 9735])?


      Führen Sie Ihre Beobachtungen in einem übergreifenden Gespräch zusammen und versuchen Sie folgende Frage zu beantworten: Welche Konsequenzen hat dieser kulturhistorische Rahmen für die Werte, die in der erzählten Welt gelten?

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      Lesen Sie bitte: Timo Reuvekamp-Felber, Autorschaft als Textfunktion, in: ZfdPh 120 (2001), S. 1-23.

      Notieren Sie die zentrale These von Reuvekamp-Felber, wie Selbstaussagen von Verfassern mittelhochdeutscher Literatur zu verstehen sind.

      Reflektieren Sie unter besonderer Beachtung des Epilogs (V. 15601–15689) darüber, wie sich Rudolf von Ems selbst literarisch stilisiert; achten Sie insbesondere darauf, welchem Stand er sich zuordnet und welche Rolle die Ministerialität im Rahmen des primären Entstehungszusammenhangs um Konrad von Winterstetten spielt: Welche Verbindungen zwischen Sujet und Selbststilisierung des Verfassers lassen sich gemäß Reuvekamp-Felber beobachten? Welche Gegenargumente können Sie formulieren?

      Verschriftlichen Sie das ‚Pro und Contra‘ in Form eines Dialogs zwischen zwei Wissenschaftler:innen.

       

      Die untenstehende Übung hilft Ihnen dabei, sich im Prolog zu orientieren. Absolvieren Sie diese, falls Sie sich bei den entsprechenden Textpassagen unsicher sind.