Auf die Frage, wie sich Befragte der MEMO-Studien verhalten hätten, wenn sie zur Zeit des Nationalsozialismus gelebt hätten, geben viel an, sie selbst hätten Widerstand gegen das NS-Regime geleistet sowie damaligen Opfern geholfen oder sie geschützt. Dieses Gedankenspiel ist natürlich unmöglich - niemand kann sich wirklich vorstellen, wie es gewesen wäre, in der damaligen Zeit in Deutschland zu leben und wie man sich in dieser Zeit verhalten hätte. Trotzdem ist es ein spannender Anlass, um über die eigene Zivilcourage nachzudenken. Wie verhält man sich wohl selbst, wenn man beobachtet, dass Menschen im eigenen Umfeld diskriminiert werden und Unrecht erfahren.
Warum viele denken, sie hätten sich mutiger verhalten als die meisten Menschen damals, ist unklar. Manche überschätzen sich vielleicht, andere unterschätzen, wie gefährlich und schwierig Widerstand damals war. Möglich ist auch, dass diese Selbsteinschätzung zeigt, dass wir aus der Geschichte gelernt haben und wissen, wie wichtig es ist, gegen Unrecht einzutreten.