Auch zur Verwicklung von Firmen in die Verbrechen des Nationalsozialismus wird heute weiter geforscht und wir wissen längst nicht alles darüber. Sicher ist, dass sehr viele deutsche Unternehmen direkt oder indirekt an den NS-Verbrechen beteiligt waren und davon profitierten - durch Zwangsarbeit, durch Enteignung von Menschen und von der Kriegswirtschaft. Insbesondere die Ausbeutung von Zwangsarbeiter*innen spielte in vielen großen aber häufig auch in kleinen und familiären Unternehmen eine Rolle und Millionen von Menschen wurden als Zwangsarbeiter*innen in der Industrie, der Landwirtschaft und in Rüstungsunternehmen ausgebeutet und viele von ihnen kamen dabei ums Leben.
Viele große Konzerne, die teils bis heute noch in gleicher oder ähnlicher Form existieren, arbeiteten eng mit dem NS-Regime zusammen - darunter etwa IG Farben/BASF, Siemens, BMW, Volkswagen, Krupp oder Bahlsen. Die Liste der Unternehmen ist aber sehr viel länger und in vielen deutschen Orten lassen sich wirtschaftliche Verwicklungen von Unternehmen mit dem NS nachweisen. Erst in den 1980er- und 1990er-Jahren begann in einigen Firmen eine kritische und teils auch öffentliche Aufarbeitung der eigenen NS-Vergangenheit. Viele Unternehmen positionieren sich heute immer noch nicht zu ihrer Rolle im System des NS.