Während der nationalsozialistischen Diktatur wurden Millionen Menschen aus rassistischen, politischen, religiösen oder sozialen Gründen verfolgt und ermordet. Heute sprechen wir oft von „Gruppen“, doch jedes Schicksal war das eines einzelnen Menschen, dessen Leben zerstört wurde. Im Zentrum der NS‑Ideologie stand der Antisemitismus und die Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden. Verfolgt und ermordet wurden aber auch viele andere, etwa Sinti*zze und Rom*nja, Menschen mit Behinderungen, Homosexuelle, politische Gegner*innen, religiöse Minderheiten, politische Gegner*innen, Kriegsgefangene und als „asozial“ stigmatisierte Menschen. Diese Liste ist nicht vollständig, und manche Opfergruppen sind heute präsenter als andere. Allen Betroffenen gerecht zu werden, bleibt eine große Herausforderung der Erinnerungskultur.
Online-Material
Welche Personen oder Gruppen kennst Du, die in der Zeit des Nationalsozialismus gezielt verfolgt und ermordet wurden?
Zur Frage
Zum Vergleichen
In der MEMO-Jugendstudie nannten unsere Befragten am häufigsten „Jüdinnen und Juden“ (88,5 %), gefolgt von „Kranken und/oder Menschen mit Behinderungen“ (40,4 %), „Sinti*zze und/oder Rom*nja“ (30,9 %) und „Homosexuelle“ (24,6 %).
Quelle und mehr zum Vergleichen: MEMO-Jugendstudie
Zum Weiterdenken
Welche Gruppen sind in Deinen Augen bis heute „vergessene Opfer“ des Nationalsozialismus und in unserer gesellschaftlichen Erinnerung an diese Zeit wenig präsent?
Zum Aktivwerden
Finde heraus, ob es in Deinem Wohnort Spuren einer Opfergruppe gibt (z. B. Stolpersteine, Gedenkorte, Straßennamen, Archive).
Nimm Kontakt zu einer lokalen Initiative auf und frage, wie Menschen sich einbringen können. Dokumentiere Deine Erfahrungen in einem kurzen Bericht oder Video.
Frage Dich: Welche Form der Unterstützung passt zu mir? (Spende, Mitgliedschaft, ehrenamtliche Mitarbeit, berufliche Kooperation, öffentliche Sichtbarkeit). Plane einen konkreten nächsten Schritt und setze ihn innerhalb eines festgelegten Zeitraums um.
Hier noch Auswahl treffen?
Zum Mehrlernen
- Die sogenannten „Arolsen Archives“ sind ein riesiges Archiv zur NS-Verfolgung und enthalten Informationen über mehr als 17,5 Millionen Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung.
- Dieser mdr-Beitrag beschäftigt sich mit der Opferschaft von Menschen mit Behinderungen in der NS-Zeit und einem Projekt, das sich für die Erinnerung an diese Menschen einsetzt.
- Das Holocaust Memorial Museum in Washington bei einen Beitrag zur Übersicht im NS verfolgter Gruppen erstellt, und hier auch einen Beitrag, der spezifisch die Verfolgung und Ermordung schwarzer Menschen im Nationalsozialismus behandelt.
- In diesem Beitrag der bpb wird der 14-jährige Wesley Höllenreiner dabei begleitet, wie er die Ermordung seines Uropas und damit auch die Verfolgung und Ermordung von Sinti*zze und Rom*nja im Nationalsozialismus erforscht.