Die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus und eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit NS-Verbrechen ist das Ergebnis der Anstrengungen und Kämpfe vieler Menschen, die sich in der Zeit nach 1945 für diese Erinnerung eingesetzt haben. Der Beginn dieser Bewegung ist vor allem den ehemaligen Häftlingen der verschiedenen Lager zu verdanken, die sich organisiert haben, um an die Verbrechen zu erinnern. Dass wir uns heute zum Beispiel in der Schule oder in Form von Gedenkstätten, Dokumentation und Bildungsangeboten mit dem NS auseinandersetzen (können), ist keine Selbstverständlichkeit.
In Zukunft wird es wichtig bleiben, dass Menschen sich für die Erinnerungskultur engagieren. Die Möglichkeiten für dieses Engagement sind dabei vielfältig. Das Lernen über die Geschichte des Nationalsozialismus bleibt nicht abstrakt, wenn man erkennt, wie eng Geschichte und Gegenwart miteinander verwoben sind. Es schafft einen Bezugsrahmen, der hilft, Entwicklungen einzuordnen, Position zu beziehen und zu verstehen, dass Erinnerung nicht allein Sache von Museen und Gedenkreden ist, sondern eine Haltung im Alltag sein kann.