Während der NS-Zeit profitierten viele Unternehmen von den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, insbesondere von der Zwangsarbeit, aber auch von der Enteignung jüdischer Betriebe („Arisierung“) oder der Produktion für die Kriegswirtschaft. Viele dieser Firmen existieren heute noch, zum Teil unter gleichem Namen, zum Teil als Teil internationaler Konzerne.
In den letzten Jahrzehnten haben einige Unternehmen ihre Rolle im Nationalsozialismus öffentlich aufgearbeitet, Forschungsprojekte finanziert oder Entschädigungen gezahlt, andere hingegen haben sich zu ihrer Vergangenheit bisher kaum oder gar nicht verhalten. Auf die Frage, ob man Produkte von solchen Unternehmen kaufen sollte, gibt es keine richtige Antwort. Wahrscheinlich kaufen oder besitzen die meisten von uns solche Produkte, ohne dass uns das bewusst ist. Das Thema berührt aber viele Fragen der historischen Verantwortung sowohl auf einer persönlichen als auch einer wirtschaftlichen Ebene und zeigt beispielhaft, an wie vielen Stellen die NS-Vergangenheit bis in die Gegenwart wirkt, ohne dass wir uns dessen immer bewusst sind.