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„Es kommt nicht auf die großen Sachen an, sondern auf den Alltag der Tyrannei, der vergessen wird. Tausend Mückenstiche sind schlimmer als ein Schlag auf den Kopf.“ (April 1944)

Was sagt dieses Zitat aus den Tagebüchern von Victor Klemperer Dir über die Zeit des Nationalsozialismus?

Zur Frage

Victor Klemperer (1881–1960) war Professor für Literatur und Sprache und jemand, der genau hinsah und alles aufschrieb. Er wurde am 09. Oktober 1881 in Landsberg geboren. Er stammte aus einer jüdischen Familie, konvertierte aber später zum Protestantismus. Im Jahr 1935 verlor er seine Professur in Dresden und wurde von den Nationalsozialisten entrechtet, musste sein Haus verlassen und lebte später in verschiedenen sogenannten „Judenhäusern“ in Dresden. In dieser Zeit schrieb Victor Klemperer heimlich und sehr ausführlich Tagebücher. Darin hielt er fest, wie der Nationalsozialismus nicht nur durch Gewalt, sondern auch durch Vorschriften und die veränderte Sprache in den Alltag der Menschen eindrang. Später wurden die Aufzeichnungen von Victor Klemperer als wichtige Zeitzeugnisse veröffentlicht.

Berühmt wurde sein Buch „LTI - Lingua Tertii Imperii“, in dem er die Sprache des Dritten Reiches analysierte. Nach dem Krieg lehrte Victor Klemperer wieder in Dresden und engagierte sich politisch. Bis zu seinem Tod 1960 blieb er ein wichtiger Chronist seiner Zeit. Seine Arbeiten zeigen bis heute, wie wichtig Sprache ist und welche Wirkmacht sie haben kann. Vielleicht hast Du das schon mal gehört: Sprache schafft Bewusstsein.

Zum Vergleichen
Zum Weiterdenken

Welche Parallelen könnte man von Victors Klemperers Zitat zu unserer heutigen Gesellschaft ziehen - welche „Mückenstiche“ lassen sich in unserem Alltag beobachten?

Zum Aktivwerden

Schreibe einen fiktiven Tagebuch-Eintrag aus der Sicht einer Person, die die Zeit des Nationalsozialismus erlebt hat. Welche besonderen Beobachtungen könntest Du im Alltag dieser Zeit gemacht haben?

Zum Mehrlernen