Margot Friedländer wurde 1921 in Berlin geboren. Sie wuchs in einer jüdischen Familie auf und erlebte als junge Frau die Verfolgung durch die Nationalsozialisten. 1943 wurden ihre Mutter und ihr Bruder nach Auschwitz deportiert und ermordet. Margot selbst tauchte unter und konnte mithilfe falscher Papiere überleben, bis sie im April 1944 verhaftet und nach Theresienstadt verschleppt wurde, wo sie 1945 das Kriegsende erlebte. Nach 1945 emigrierte sie zunächst in die USA, wo sie fast 60 Jahre lang lebte.
2010 kehrte sie dauerhaft nach Berlin zurück. Seitdem trat sie als sehr engagierte Zeitzeugin auf, berichtete an Schulen, in Interviews und in Büchern von ihrem Leben und warnte dabei eindringlich vor Hass, Intoleranz und Antisemitismus. 2023 gründete sie die Margot-Friedländer-Stiftung, über die ihre Erfahrungen, ihre politischen Ansichten und humanistischen Einstellungen an kommende Generationen weitergeben werden sollen. Mit ihrem berühmten Aufruf: „Seid Menschen!“ gab sie eine klare Botschaft. Sie setzte sich aktiv für Demokratie und Bildung ein. Margot Friedländer starb am 9. Mai 2025 im Alter von 103 Jahren in Berlin, kurz nach ihrem letzten öffentlichen Auftritt zum 80. Jahrestag des Kriegsendes . Ihr Tod wurde mit einer Gedenkfeier am 9. Juli 2025 begangen, an der alle namenhaften Politiker*innen Deutschlands und viel Prominenz teilgenommen haben.