Theodor Michael (1925-2019) war ein deutscher Schauspieler, Journalist und Autor. Er wuchs in Köln als Sohn eines Kameruner Vaters und einer deutschen Mutter auf. Als Kind erlebte er Ausgrenzung und Rassismus. Während des NS-Regimes wurde er dauerhaft diskriminiert und mehrfach zur Arbeit gezwungen. Um zu überleben, musste er in sogenannten „Völkerschauen“ auftreten. Eine „Völkerschau“ war eine Ausstellung, bei der Menschen - häufig aus kolonisierten Regionen - öffentlich zur Schau gestellt wurden. Auch in der Zeit des Nationalsozialismus knüpfte man an solche rassistischen Traditionen an. Die betroffenen Menschen wurden dabei entwürdigt, exotisiert und als „anders“ oder „minderwertig“ dargestellt - eine Praxis, die ihre Rechte und ihre Würde missachtete und großes Leid verursachte. Trotz dieser Erfahrungen blieb Theodor Michael nach dem Ende des Kriegs in Deutschland und arbeitete nach 1945 als Dolmetscher, Mitarbeiter im Bundesnachrichtendienst sowie als Journalist.
Besonders bekannt wurde er durch seine Autobiografie „Deutsch sein und schwarz dazu“ (2013), in der er sein Leben zwischen Ausgrenzung, Rassismus und dem ständigen Kampf um Anerkennung beschreibt. Theodor Michael setzte sich bis zu seinem Tod 2019 für Aufklärung, Erinnerungskultur und gegen Rassismus ein.