Geschichtliche Ereignisse – Modernes Design
Symbolgrafik

„Ich bin ein Jude aus dem Jenseits. Das ganze jüdische Volk wird ermordet, ich selbst habe eine ganze Stadt von Juden begraben …, in Chelmo.“ (Februar 1942)

Was stellst Du Dir vor hat Szlama Ber Winer in Chelmo erlebt?

Zur Frage

Szlama Ber Winer wurde 1911 in Izbica Kujawska in Polen geboren. Er wurde Anfang 1942 in das SS-Lager Kulmhof bei Chelmno nad Nerem deportiert. Viele Menschen wurden dort von den Nationalsozialisten ermordet. Szlama wurde dem sogenannten „Waldkommando“ zugeteilt, die gezwungen wurden, die vielen Leichen der ermordeten Menschen zu bestatten. Anschließend wurden die Mitglieder des Waldkommandos in aller Regel selbst ermordet, damit niemand die Gräueltaten an jüdischen Menschen bezeugen kann. Szlama Ber Winer gelang jedoch die Flucht ins Warschauer Ghetto, wo er in Kontakt mit der geheimen jüdischen Organisation Oneg Shabbat („Ringelblum-Archiv“) kam, die seine Berichte über die Massenmorde bei Chelmo aufzeichneten und an die polnische Exilregierung in London schickten. So wurde Szlama Ber Winer zu einem der ersten Zeugen der systematischen Ermordung jüdischer Menschen in nationalsozialistischen Vernichtungslagern. Um ihn zu schützen, wurde in den Berichten das Pseudonym „Jakob Grojanowski“ verwendet, weshalb von dem Dokument heute auch als „Grojanowski-Report“ gesprochen wird. Szlama Ber Winter ging im Anschluss nach Zamość, wo Verwandte von ihm im Ghetto lebten. Von dort wurde er im April 1942 als einer der ersten in das neu errichtete NS-Vernichtungslager Belzec deportiert und ermordet.

Zum Vergleichen
Zum Weiterdenken

Welchen Kontakt hast Du selbst zu jüdischem Leben in der Gegenwart? Welche Möglichkeiten gibt es an Deinem Wohnort, sich mit dem heutigen jüdischen Leben in Deutschland auseinanderzusetzen?

Zum Aktivwerden

Die Geschichte von Szlama Ber Winer zeigt, wie wichtig es ist, Zeugnisse von Verfolgung zu sichern und weiterzugeben. Sein Bericht wurde nur überliefert, weil Menschen ihn dokumentierten und archivierten.

Recherchiere in Deinem Wohnort oder in der näheren Umgebung nach Spuren nationalsozialistischer Verfolgung.

  • Gibt es im Stadtarchiv, in einer Bibliothek oder online zugänglichen Archiven Hinweise auf deportierte oder ermordete Menschen?
  • Existieren Gedenktafeln, Stolpersteine oder lokale Dokumentationen?
  • Welche Lebensgeschichten sind bekannt - und welche Lücken fallen auf?

Websites, die Dir dabei helfen können:

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