Sprach- und Sprechstörungen

Um individuell auf Ihre Patient*innen eingehen zu können, vor allem auf jene mit Sprach- und Sprechstörungen, ist ein Verständnis für diese entscheidend. In diesem Themenbereich stellen wir Ihnen vier Sprach- bzw. Sprechstörungen vor: Sprachentwicklungsstörungen, Aphasien, Dysarthrien und Sprechapraxien. Einige dieser Störungen kennen Sie wahrscheinlich schon aus Ihrem Berufsalltag.

Sprachmodalitäten

Zunächst möchten wir Ihnen die vier sprachlichen Modalitäten vorstellen, über die wir Sprache wahrnehmen und verstehen sowie produzieren. Auf der rezeptiven Seite gehört dazu das auditive Sprachverständnis, also das Verstehen von gesprochener Sprache und das visuelle Sprachverständnis, also Lesen. Sprechen und Schreiben zählen zu den produktiven Modalitäten.

Grafik: OptiKomm.

Es ist wichtig, zwischen Sprache und Sprechen zu unterscheiden. Sprache ist ein Wissenssystem mit Elementen wie Wortschatz und Grammatik, die bestimmten Regeln unterliegen. 
Sprechen ist ein motorischer Akt, bei dem insgesamt 50 Muskelpaare im Mund- und Rachenraum unseren komplexen Bewegungsapparat zum Sprechen bilden. Mühelos mit hoher Geschwindigkeit und Präzision führen wir sprechmotorische Bewegung mit Beteiligung des Kehlkopfes, des Kiefers, der Zunge und der Lippen aus. Zu sehen ist dies sehr gut in einem Echzeit-MRT-Film zum Sprechen. Schauen Sie es sich gerne bei Interesse an.

 

Wie gut kennen Sie sich mit Sprach- und Sprechstörungen aus? Testen Sie hier Ihr Wissen!

Klicken Sie die aus Ihrer Sicht zutreffenden Antworten an und dann auf Überprüfen, um zu sehen, ob Sie richtig liegen. 

 

Entdecken Sie im folgenden Buch Wissenswertes rund um Sprach- und Sprechstörungen. 

Klicken Sie am linken Rand auf die einzelnen Themen, um mehr zu erfahren. Oder nutzen Sie die Pfeile am oberen oder unteren rechten Rand, um sich vor oder zurück zu navigieren. 

Grafiken: OptiKomm.

Wie kann man sich die Störungen erklären?

Um die einzelnen Sprach- und Sprechstörungen leichter unterschieden zu können und um zu verstehen, was genau bei diesen in unserem Kopf passiert, stellen wir Ihnen nun das vereinfachte Sprachproduktionsmodell von Lutz und Schlote (2011) vor: 


Download

Falls Sie das Video gerade nicht ansehen können oder den Inhalt noch einmal nachlesen möchten, steht Ihnen hier das Skript zum Video zum Download zur Verfügung.

Sprach- und Sprechstörungen und Modalitäten 

Versuchen Sie nun einzuschätzen, welche Modalitäten bei den Sprach- und Sprechstörungen jeweils beeinträchtigt sind.

Wenn Sie auf "Umdrehen" klicken, können Sie überprüfen, ob Sie richtig liegen. Mit dem Pfeil unten rechts gelangen Sie zur nächsten Frage.

 

Beachten Sie in der Kommunikation mit Patient*innen mit Sprach- und Sprechstörungen alle Modalitäten. Eine Person mit Dysarthrie oder Sprechapraxie hat keine Probleme Sie zu verstehen.
Bei Aphasien und Sprachentwicklungsstörungen sollte darauf geachtet werden, zwei Modalitäten zu nutzen, da die Nachricht so beim Verstehen sowohl visuell als auch auditiv aufgenommen werden kann. 

 

Wenn Sie das Thema interessiert und Sie mehr Informationen zu diesen Sprach- und Sprechstörungen und weiteren Kommunikationsstörungen haben möchten, empfehlen wird die Informationsbroschüren des Deutschen Bundesverbands für akademische Sprachtherapie und Logopädie.

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